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Di, 16.08.2016
TV | Zwischensaison
Das alte Hotel5 Sterne
Daniel Schmid ist hier ein Film gelungen, der mit seinem liebenswert nostalgischen Charme ganz dicht an die Filme von Tornatore herankommt. Dazu hat er ein Ensemble von im Dienst ergrauten Filmgrößen aufgeboten, die uns im Laufe der Jahre an Herz gewachsen sind. Die Story aus der Zeit um 1900 eignet sich aber auch hervorragend dazu. Ein Hotel soll geschlossen werden und der Erzähler (Samy Frey) kehrt noch einmal an den Ort seiner Kindheit zurück. Deshalb besucht er Fräulein Gabriel (Andrea Ferreol), die ihm als Bub Valentin (Carlos Devesa) Micky Mouse Heftchen zugesteckt hatte. Es gibt viele lustige oder auch ironische Episoden mit Promis aus der Zeit und sogar welche, die ins Reich der Fantasie führen: mit exaltierten Gästen, dem Zauberkünstler Malini (Uli Lommel), dem ein Massenstrip unter Hypnose aus dem Ruder läuft. Eine russische Anarchistin (Geraldine Chaplin) versucht ein Attentat und erwischt den Falschen. Die Geschichtenerzählende Oma (Maddalena Fellini!) weiß, dass schlimmer als Katholiken nur noch die Kommunisten sind. Die Episode mit Sarah Bernard (Marisa Paredes) mag zu der Diva passen wie Valentinos denkwürdiger Blick durch das sprichwörtliche Schlüsselloch, wo Frau Studer (Arielle Dombasle) dem ‘kleinen Mann die große Welt zeigt‘. Der Gipfel ist die Traumsequenz, in der Valentino mit seiner Großmutter einen Gang durch das Reich der Toten macht und die Atmosphäre Hotelbar bringt das Musikerduo: Ingrid Caven und Dieter Meier. Dieser leise Film erzählt lauter warmherzige Geschichten aus der guten alten Zeit und findet sogar noch ein lyrisches Ende. Bei so viel Witz und Wärme kann man schon mal 100 % geben!
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So, 14.08.2016
TV | Im Namen des Vaters
Vater, Sohn und ein Gebet4 Sterne
Hier hat sich Regisseur Jim Sheridan aus dem politischen Fenster gelehnt. So weit wie selten. Herausgekommen ist eine flammende Anklage gegen die britische Justiz. Und dabei ist es viel mehr als ein Gerichtskrimi. Hauptsächlich ist es ein Vater-Sohn Drama (vgl. Titel!). Sie werden sich im Knast näherkommen und solange sein Vater (Pete Postlethwaite) noch lebt, kann Gerry (Daniel Day-Lewis) seinen Hass noch zügeln. Bei einem von den Häftlingen inszenierten Brand beteiligt er sich nicht. Er ist unschuldig und alle wissen es. So sitzt letzten Endes der britische Staat auf der Anklagebank. Die Handlung beruht auf Tatsachen. Die Briten agieren in Nordirland als Besatzungsmacht im Kriegszustand. Da gilt Sippenhaft. Das Unrecht schreit zum Himmel. Legalisiert durch das Gesetz zur ‘Bekämpfung des Terrorismus im Vereinigten Königreich‘. Ganz große Emotionen sind hier im Spiel und verbreiten unterstützt von der menschlichen Tragik Hochspannung. Es ist die große Stille, die hier dramaturgisch mehrmals zum Einsatz kommt. Die Staatsraison gebietet es, Gerry und seine Freunde zu verurteilen. Geständnisse werden durch physische und psychische Gewalt erzwungen. Anwältin Peirce (Emma Thompson) wird es sein, die das gerechte Ende herbeiführen wird. Sie obsiegt in der letzten halben Stunde: Sie kommt, sieht und versteht. Dramaturgische Highlights sind die Szenen in der Zelle zwischen Vater und Sohn sowie der verbale Orkan von Emma Thompson im Gerichtssaal. Sheridan spielt exzellent auf der Unrechtsbewusstseins-Skala der Zuschauer. Und mit Gerry letztem Satz bekommt das Vaterunser eine weitere Bedeutung. Schockierend, aufwühlend, tief beeindruckend. Dem kann sich niemand entziehen. Ganz großes Kino.
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Di, 09.08.2016
TV | Science Fiction auf ARTE
Sex Odyssey im Weltraum4 Sterne
Die Handlung selbst ist sekundär. Das Weltraum Movie brachte den Durchbruch für Jane Fonda als Astronavigatrice und der Nachwelt einen Film, der zum Kult wurde. Roger Vadim hat die Comik Bilder nicht nur fantastisch umgesetzt sondern auch noch ergänzt. Von den Stars kann man nur die wichtigsten erwähnen und von der Handlung nur das Denkwürdigste mit Nachhaltigkeitseffekt. Das plüschige Raumschiff bleibt unvergessen sowie die herrlich laienhaften technischen Apparaturen, die einen zauberhaften Charme der besonderen Art verbreiten. Diese schlichte Simplizität ist es, über die wir heute schmunzeln. Gleich zu Anfang dreht sich Barbarella in einem Striptease in der Schwerelosigkeit. Immer ganz dicht bei ihr und viel größer als sie ist eigentlich nur der blinde, blonde Engel Pygar (John Philip Law). Er ist der einzige ‘Gutmensch‘ und nachdem Barbarella ihn zum ‘Fliegen‘ verführt hat, kann sie am Ende mit ihm entkommen. Man hatte sich zuvor mit einem strammen ‘Love!‘ begrüßt und mit dem ‘Behaarten‘ Ugo Tognazzi lernte Barbarella den herkömmlichen Sex kennen anstelle des Üblichen mittels ‘Verzückungsübertragungspillen‘. Beim Revolutionär Dildano (David Hemmings) nimmt sie dann doch wieder diese Pille und es qualmen beiden nicht nur die Socken. Auch die Lustorgel des Oberbösewichts Duran Duran (Milo O’Shea) bringt Barbarella ganz schön ins Schwitzen. Da lehnt sie doch das Angebot des lesbischen Tyrannen (Anita Pallenberg sic!) glatt ab. Nur der etwas schusselige Professor Ping (Marcel Marceau) hilft ihr da noch weiter. Leider kann der hier nichts von seiner unsterblichen Kunst der Pantomime zeigen. Auch die Geschichte um den unsichtbaren Schlüssel ist ganz nett, sowie die Mädels, die einen männlichen Extrakt rauchen: Wasserpfeifen sind an einem großen Glas angeschlossen, in dem ein Mann schwimmt. Immer wieder nett anzuschauen. Wie ein Film aus der Zeit, als die Bilder laufen lernten.
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Mo, 08.08.2016
TV | Neulich in Belgien
Johnny & Matti3 Sterne
Die getrennt lebende Mutter Matti (überzeugend Barbara Sarafian) ,41, drei Kinder, trifft Trucker Johnny, 29, (Jurgen Delnaet). Mattis Mann Werner (Johan Heldenbergh) lebt mit einer viel jüngeren Frau zusammen und hat Probleme mit ihr. Daraus hat Regisseur Rompaey eine durchaus realistische Sozialkomödie gemacht, die die seelischen Untiefen der Figuren ausleuchtet. Werner wanzt sich wieder an Matti ran. Er hat sich anscheinend geändert und Johnny versucht mit Geschenken und Sex zu punkten. Die drei halbwüchsigen Kinder von Matti begleiten durch teils ehrliche teils unverfrorene Fragen das Pärchen. Vor allem Vera die Älteste (Anemone Valke) zielt mit ihren Fragen dahin, wo’s wehtut und überrascht als sie sich als Lesbe outet. Den Personen wird ausreichend Zeit gelassen, damit sie sich über ihre Gefühle im Klaren werden. Und jeder wird nicht nur von seiner/ihrer Schokoladenseite gezeigt. Da singt Johnny schon mal karaokemäßig, dass die Hunde aufheulen würden. Es bleibt bis zum Ende offen, für wen sich Matti letztendlich entscheiden wird. Auch das Streitgespräch bei Matti von Werner und Johnny: Trucker gegen Zeichenlehrer, ist fair und nicht emotionsfrei. Hilft ihr letztlich aber auch nicht weiter. Es scheint bisweilen sogar schon mal so, als ob sie beide in die Wüste schicken würde. Johnnys Vergangenheit ist auch nicht blütenrein. Der Film erzählt gekonnt ausgewogen. So kann Matti abwägen, wer von den beiden die Nase vorn hat. Und das wird am Schluss gekonnt erklärt: ein Telefonat von ihr und ein Lächeln. Alles klar! Ehrlich, unterhaltsam, bisweilen sogar witzig, und nie langweilig. Die Handlung und die Darsteller bringen eine glaubhafte Message rüber. Welche wird nicht verraten. Höchstens das Poster zum Film könnte einen Hinweis geben.
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Mo, 08.08.2016
TV | Inspektor Clouseau - Der beste Mann bei Interpol
The Pinkiest Panther4 Sterne
Hier hat Blake Edwards bewiesen, dass er nicht nur der Meister des einfachen Slapsticks ist, sondern dass er eine ganze Reihe davon mit einem Dominoeffekt in Gang setzen kann. Und das geht natürlich nur mit dem kongenialen Peter Sellers. Der hat das Talent, den schmalen Grat in Gestik und Mimik zu beschreiten zwischen einem Normalo und einem Irren, wobei er wie selbstverständlich von einem Extrem ins andere stolpert. Man erwartet den nächsten Klops und ist überrascht, wenn es anders, meistens sogar noch besser kommt. Die Handlung wird fast zur Nebensache. Fast. Hier sorgt sein Alter Ego Herbert Lom schon dafür, dass wir den Faden nicht verlieren. Den ganzen Film über versucht er seinen Nachfolger zu eliminieren und umgekehrt. Da ist Clouseau als verkleideter Zahnarzt schon eine Supernummer. Die Gags sind nie dämlich, sondern echte Schenkelklopfer, aber die von der gekonnten Sorte. Die beiden lachen nicht nur einfach blöde vor sich hin, nein sie atmen Lachgas ein. Hierzu gehört auch sein Diener Cato (Burt Kwouk) hin. Was die beiden abliefern ist mehr als nur lustig, es ist olympisch! Eine Verwechslungskomödie der Spitzenklasse mit einer Leiche in der Badewanne (die hat Omar Sharif in einem Cameo hinterlassen) und der schönen Olga (Lesley-Anne Down) im Bett. Clouseau hat von beiden keine Ahnung. Und das wird ganz am Ende durch eine Wiederholung noch überboten, wo Sellers eine Soloeinlage hat. Sowas kann nur er. Olga wartet und er kann seinen Schlips nicht ablegen, wird zum Knäuel bzw. Schlangenmenschen. Zur Krönung taucht er unter die Bettdecke und erzählt von seiner ‘harten‘ Polizeiausbildung. Bei diesem Adjektiv wird Olga hellhörig. Oder was er mit der Zugbrücke anstellt ist einmalig. Ebenso wie der Pink Panther Cartoon an Anfang und am Ende. Comedy vom Feinsten. Derb, hinterlistig und voller überraschender Gags. So muss Comedy.
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Sa, 06.08.2016
Kino | Maggies Plan
Mehr als ein Plan4 Sterne
Der Film eignet sich besonders gut für eine Diskussionsrunde. Es gibt einiges an ihm auszusetzen, hin und wieder Jokes zum kaputtlachen aber auch manches zum Stirnrunzeln. Dabei ist der Plot an sich recht einfach: John (Ethan Hawke), ein Schriftsteller in der Midlife Crisis ist in seiner erkalteten Ehe mit Georgette (Julianne Moore, etwas zu alt neben John) gestresst. Er verliebt sich in Maggie (Greta Gerwig), die ein Kind will, aber nicht von ihm, eher noch eigenhändige Selbstbefruchtung oder vom Gurkenfabrikanten Guy (der irrste Typ am Set, Travis Fimmel). Maggie ist ein Kontrollfreak und ein Gutmensch noch dazu. Wir sehen im Film keine Hochzeit oder Scheidung. Die Handlung ist frei von Normen und Sanktionen und der Zuschauer muss sich nicht mit Auswirkungen von herkömmlichen Konventionen unnötig herumschlagen. Als Maggie feststellt, dass sich John nur selbst liebt und eigentlich noch recht unreif ist, hat sie einen Plan. (Das wäre dann ihr zweiter!) Der gelingt auch. Sie schiebt John und Georgette wieder aufeinander zu, die sich immer noch in einer Art Hass-Liebe begegnen. Inzwischen ist Maggie Mutter geworden. Die Beantwortung der Vaterfrage gibt es am Ende als Joke. Es beginnt als Persiflage auf die heutige Hektik des Lebens, wie man sie kennt: Termine, Telefonanrufe, berufliche Anforderungen. In langen flotten Dialogen über wissenschaftliche Bereiche, die es gar nicht gibt oder aus dem Umfeld von Freunden kommt die Komik. Manches davon wird im zweiten Teil aufgehoben, wenn so blitzgescheite Typen urplötzlich recht dämlich aus der Wäsche schauen. Die Frauen so auch Georgette oder Maggie wirken unterm Strich gegen Ende unausgewogen. Die Männer bleiben ihrer Linie treu. Selbst John bleibt liebenswert. Summa summarum geht man am Ende weder mit einem lachenden noch mit einem weinenden Auge nach Hause. Grübel, grübel…
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Fr, 05.08.2016
TV | James Bond 007 - Der Hauch des Todes
Bond mit gebremsten Schaum3 Sterne
007 James Bond war wohl nicht Timothy Daltons Ding. Nur zweimal durfte er sich den Martini rühren lassen. Beide Male blieb er blass. Hier im ‘Lebenden Tageslicht‘ ist der Plot aber auch besonders kryptisch. Die Bösen sind nicht nur die Russen, die Sprüche sind auch etwas flacher als sonst üblich, und die prekären Situationen sind äußerst selten. Gerade mal die Rangelei auf dem fliegenden Flugtransporter. Die Gags wie z.B. die rollende Fischerhütte über den zugefrorenen See sind schlichte Slapsticks. Die ganze Story ist einfach seichter. Doch dafür kann Timothy nichts. Ihm fehlt einfach das Charisma seiner großartigen Kollegen. Er sonnt sich stattdessen im längsten Happy End der Filmgeschichte: sein Schatzi Kara (Maryam d’Abo) ist fast den ganzen Film an seiner Seite und wenn sie gemeinsam in der Gondel im Riesenrad sitzen, schlägt er nur vor ‘Denk‘ nicht. Lass es einfach geschehen.‘ Was sie da geschehen lassen soll, sehen wir nicht. Stattdessen ihr Cellospiel. Und das ist katastrophal. Sieht so aus als wenn Möbelpacker mit Boxhandschuhen einen Zwirnsfaden durch ein Nadelöhr zu schieben versuchen. Sonst ist der ganze technische Schnickschnack wieder dabei, auch Q, nur Moneypenny ist neu. Alles eine Nummer braver. Selbst der supertrainierte Einzelkämpfer Necros (Andreas Wisniewski), deren Vorgänger mit Sean und Roger schon ganze Chemielabore oder Eisenbahnabteile zerlegt haben, gibt hier bloß den Sparringspartner. Und das Ende mit den lebenslustigen Mudschaheddin bekommt fast den Charakter einer Karnavalsfete mit Ballerei.
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Mi, 03.08.2016
TV | Moonrise Kingdom
Sam & Suzy3 Sterne
An Wes Anderson scheiden sich die Geister. Die einen sehen in ihm den Totengräber des Kinos, die anderen die Zukunft des Films. Hier hat er einen Abenteuerfilm für Jugendliche gemacht (für und über 12 Jährige), mit Sam (Jared Gilman) und Suzy (Kara Hayward). Und mit Ferienlager, Flucht aus dem Elternhaus und erste Liebesbeziehungen durch Petting und Küsschen. Mit Retro und Animation und natürlich den hilflosen Erwachsenen. Und mit einer Promi-Riege: Bruce Willis, als Inselpolizist Sharp mit Verhältnis, Bob Balaban als Erzähler, Bill Murray und Francis McDormand als Suzys Eltern und Ed Norton als Oberpfandfinder. Tilda Swinton ist ‘das Jugendamt‘ und wird auch so angeredet. Harvey Keitel irrlichtert durchs Gebüsch und fragt sich und uns, was er hier eigentlich sucht. Wir sehen wieder die typischen Wes-Anderson-Merkmale: die quietschebunte Kulisse erinnert an ein Märchen, in den Dialogen schimmert hin und wieder ‘Schwarzer Humor‘ durch und die Handlung kommt aus der Abteilung ‘Absurdes Theater‘. Dabei ruht die Kamera fast nie. Sie umkreist der Personen oder macht lange Fahrten z.B. wenn ein Segelboot bei Windstille mit einem Affenzahn durch das Bild rauscht, fährt sie mit. Wenn einen nicht die Kindertrauung stört oder die Sintflut und wenn man Sätze wie ‘Ich liebe dich, aber du weißt nicht wovon du sprichst‘, kann man sich gut unterhalten fühlen. Es ist kein richtiges Märchen und auch nicht durchweg komisch, höchstens teilweise skurril. Wes Anderson eben. Und der bewegt sich in einem Königreich, in dem der Mond aufgeht…
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Di, 02.08.2016
TV | Narbengesicht
Bandenkrieg3 Sterne
Das ist das Original von ‘Scarface‘ (1932), das den Aufstieg und das Ende des großen Gangsters Tony (Paul Muni) zeigt. Nicht nur an den Autos sehen wir wieviel Zeit inzwischen vergangen ist. Die Gangster trugen Anzug und Fliege und die Telefonnummern waren noch vierstellig. Einigen Akteuren merkt man an, dass sie ihr Handwerk (Mimik und Gestik) noch in der Stummfilmzeit gelernt hatten. Hier wäre vor allem Paul Muni zu nennen, der meinte wohl, er müsse den Zuschauer mit einem besonders finsteren Gesichtsausdruck und pathetischer Handarbeit das Fürchten lehren bzw. sich als Großkotz aufspielen. Sein Sekretär Angelo (Vince Barnett) hingegen ist für die Komik zuständig. Er erinnert stark an Stan Laurel. George Raft als Rinaldo ist der Unglücksrabe, der den fatalen Fehler begeht, und sich in Tonys Schwester Cesca (Ann Dvorak) verliebt. Die besten Rollen haben hier zwei Frauen: das weitergereichte Gangsterliebchen Poppy (Karen Morley), die anfangs noch recht selbstbewusst daherkommt und erst später dem Glanz des aufsteigenden Stars am Gangsterhimmel verfällt und Tonys Schwester Cesca. Wie alle außer Poppy muss auch sie bezahlen, obwohl die unschuldig ist. Unter Gangster tut man das halt mit seinem Leben. Kleine Rolle für Boris Karloff. Polizei und Tonys Mutter sind hier die moralischen Instanzen. Für sie verkörpert er das Böse schlechthin. Er kündigt einen Mord schon mal durch lautes Pfeifen an. Sein Motto ist ein Werbeschild: ‘Die Welt gehört dir‘ (reine Ironie!). Am Ende ist er ein ängstlicher kleiner Gauner, der nach Cesca ruft. Es bleibt ein Klassiker des Genres.

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Gut gemacht. Gute Schauspieler.Es ist ein schöner Zeitvertreib. Gern auch über Mediathek.

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