Sa, 02.07.2016TV | StayBleib bei mir!Lange Zeit glaubt man, Regisseur Marc Forster treibt nur so seine Psychospielchen mit dem Publikum, indem er Bewusstseinsebenen miteinander vermengt. Jeder ist für Jeden ein Fremder, wir sind von lebenden Toten umgeben und nur eins steht fest ‘Ein eleganter Suizid ist das ultimative Kunstwerk‘. Dazu gibt es zwei rätselhafte Märchen, Schnitte à la Resnais bringen Wiederholungen und eigentlich will der agile Psychiater Sam (Ewan McGregor) seinen Klienten Henry (Ryan Gosling) vom Selbstmord abhalten.
Ganz am Ende kommt eine ganz kurze Aufklärung, die das bisherige Geschehen so zwischen Tag und Traum ansiedelt und sich jetzt nach allem als nackte Realität entpuppt. Man versteht, warum sich Bekannte jetzt plötzlich nicht mehr kennen, Eltern ihre Kinder verwechselt haben, Tote wie Zombies plötzlich bluten oder ein blinder Schachspieler (Bob Hoskins) plötzlich klar sieht.
Diese Auflösung stellt viele Kritiker zufrieden, tut aber andererseits der Spannung einigen Abbruch. Der schwankende Boden der Psychologie wäre mir als Basis lieber gewesen. Es war auch so recht unterhaltsam mit vielen Nebenhandlungen. (z.B. Elizabeth Reaser bei der Theaterprobe oder Naomi Watts, Sams Freundin, als gerettete Selbstmordkandidatin.) Ich wäre auch ohne die Auflösung realiter ausgekommen, weil ich mich gut unterhalten fühlte.
Die drei Hauptdarsteller überzeugen durchaus, technisch ist der Film gelungen und die Handlung wird so dargeboten, dass man sich nie langweilt. Es gibt genügend Überraschungen, sodass man dran bleibt. ‘Stay!‘ | |
Sa, 02.07.2016Kino | RemainderWas bleibt davon? Mövius?!Sehr anstrengend, dabei oft schockierend und bis zum Ende voller Rätsel.
Beim Verlassen des Kinos versucht man, sich den Plot des Films zurechtzustöpseln. Und wenn man sich Mühe gibt, kann das sogar gelingen. Irgendetwas fällt Tom (Tom Sturridge) aufs Hirn. Koma, Amnesie, Erinnerungsversuche. Von irgendwoher bietet man ihm eine immense Summe, wenn er das alles vergisst. Das ist nichts Neues. Nur dass Tom seinen ebenfalls vom Himmel gefallenen Reichtum jetzt benutzt, um alles wieder so zu gestalten, wie es seiner Erinnerung nach war: Haus, Wohnung, Umfeld, Freunde etc.
Das erzählt Omer Fast sehr komplex und kompliziert. Er enthüllt und verwirrt gleichzeitig, legt noch eine Krimihandlung hinein. Durch wohlgesetzte Schocker wird der Zuschauer aus seinem etwaigen vor sich Hindösen herausgerissen. Es wird blutiger. Die zentrale Figur wird so distanziert beschrieben, dass eine Identifikation nicht gewollt ist. Er ist eher ein unangenehmer Vertreter, glaubt er wird benutzt (was z.T. auch stimmt). Man fühlt sich in seiner Gegenwart unwohl. Das muss wohl Absicht sein. Regie und Drehbuch hatten nur Augen für die Handlung und die wird kalt und gefühllos dargestellt. Vertrackter geht’s nimmer.
Am Ende steht Tom wieder da wo er am Anfang war und man erwartet das Ding von Oben, doch es fällt nicht, dafür läuft der Abspann.
Hardcore Arthouse. Mit viel Interesse, gutem Sitzfleisch und einer Dosis ‘Hallo Wach‘ kann man sich den Film durchaus antun. Vielleicht findet man dann ja auch eine Erklärung für den Titel. Was bleibt? Hundert Minuten seltsames Kino. | |
Do, 30.06.2016TV | Ein perfektes LebenGanz im GegenteilDie Geschichte, dass ein Mann seiner Familie nicht erzählt, dass er arbeitslos ist, ist nicht neu. Nicole Garcia ist aber einen Schritt weiter gegangen. Zunächst verfolgt man das ‘perfekte Leben‘ des Jean-Marc (Daniel Auteuil). Später kommen erste Zweifel und Vermutungen, dass hier etwas nicht stimmt. Daraus entsteht die Spannung des Films. Erste Hinweise lassen die anfängliche Skepsis zur Gewissheit werden. Jean-Marc beichtet, dass er nie ein Examen gemacht hat, also kein Mediziner ist. Auch nicht bei der WHO arbeitet. Das wird mir viel Einfühlungsversmögen geschildert. Der Schnitt macht die Handlung komplexer, weil Aktionen zerlegt werden. Sein Videogeständnis bricht abrupt ab nach dem Satzfetzen ‘Alles, was ich gemacht habe…‘ (Cut) Freunde und Eltern wissen auch nichts Genaues. Auteuil spielt seine Figur sonderbar, zugeknöpft, fast ein wenig mysteriös aber auch souverän und eloquent. Kauft ein neues Auto, ein Haus etc. Nur mit dem Schwiegervater (Bernard Fresson) beginnt sein krimineller Abstieg bzw. Aufstieg je nach dem wie man ihn sieht.
Was so unter die Haut geht, sind nicht nur die Taten selbst, die sieht man ja fast kaum, sondern die abrupte Entfesselung der urplötzlich aufflackernden Brutalität. Vorher, während und nach der Tat herrscht stoische Ruhe. Dabei wird nicht gewertet, keine Sensationsgeilheit gepflegt, sondern nur konstatiert. Die Reaktion seiner Ehefrau Christine (Géraldine Pailhas) zuvor ist ebenso symptomatisch (sie lacht und weint unkontrolliert und schüttet sich zu.) Und sie liebt ihn bis in den Tod. Bevor er sie zerhackt, sagt er ihr auch nochmal, dass er sie liebt. Anders ist es mit seiner Geliebten Marianne (Emmanuelle Devos). Sie kommt mit Würgemalen davon. Wieso eigentlich?
Jean-Marc fühlt sich in die Ecke gedrängt. Aber selbst das ist keine Erklärung. Es gibt einfach keine. Er lebt in einer Scheinwelt mit fatalen Folgen für sein familiäres Umfeld.
Er ist sein eigener Gegenspieler (Originaltitel!), der sich selbst ausschaltet. | |
Mi, 29.06.2016TV | Eine Leiche zum DessertAlle gegen einenDiese ‘Leiche‘ ist nicht nur eine der besten schwarzhumorigen Krimi Komödien aller Zeiten, sondern auch der mit den meisten Promis besetzte Klassiker des Genres. Das Drehbuch von Neil Simon – einem wirklichen Könner - spielt mit fast allen erdenklichen Ermordungsarten (Messer, Skorpion, Stein, Gift, optische Täuschung, herabfallende Schwerter oder einer Zimmerdecke, die sich langsam herabsenkt (E. A. Poe lässt grüßen).
Allein die Grundidee, dass einer gegen die besten Detektive der Welt antritt, ist bereits bemerkenswert. Das geniale sind nicht nur die acht Individualisten, die hier glänzen, sondern auch wie sie auftreten: Peter Falk ist Peter Falk, ein Proll, der nie küsst. Peter Sellers als Chinese, der kein ‘L‘ aussprechen kann (‘Leiß dich am Liehmen‘) oder die damals (1976) bildschöne Maggie Smith als elegante Ehefrau von David Niven.
Und jeder hat reihum ein Motiv. Sehr einfallsreich!
Und die Enthüllungen werden bis zum Anschlag weiter gesponnen, indem sich immer wieder ein neuer Mörder die Maske vom Gesicht zieht: z.B. Truman Capote als eigentlicher Gastgeben, der zu Alec Guinness wird, der dann zu einer hässlichen Frau, auch die taubstumme Köchin Yetta (Nancy Walker) darf mal als Übeltäterin vorübergehend in Frage kommen etc.
Viele kleine Details machen den Plot sehr amüsant: die Hausglocke ein Frauenschrei, der ausgestopfte Elch an der Wand verdreht die Augen, ein Kind streckt auf einem Gemälde die Zunge heraus. Sogar im Dialog gibt’s was zu lachen: ‘Was? Ein Mann ohne Nüsse?‘ oder Maggie fällt bei ihrer Ohnmacht ins Leere, denn der Butler ist ja blind.
Letztendlich wird der Titel auch noch auf die Schippe genommen: alles Fake, sogar der Regen. Und kein Mord! Großartig! | |
Di, 28.06.2016TV | SaboteureAuf der FluchtDieser Hitchcock aus der Zeit des 2. Weltkriegs (1942) ist in mehrfacher Hinsicht besser als manche andere des Meisters of Suspense. Die Ausgangslage ist ähnlich wie in den ’39 Stufen‘, aber die bösen Nazis sind hier fast Nebensache. Der unschuldige Held Barry Kane (Robert Cummings) muss beweisen, dass er’s ist und flieht. Dabei läuft ihm eine Schönheit über den Weg (Priscilla Lane). Anfangs begegnen sie sich wie Hund und Katze, später dann wie ein Herz und eine Seele.
Dieser Film ist technisch besser – es liegen ja auch sieben Jahre zwischen ihm und den ‘Stufen‘. Bessere Kulissen. Man bemerkt nicht so viel vom Studio. Hier ist es vor allem das Finale auf der Freiheitsstatue (Symbolik!), wo es der Spannung schlimmer ergeht als dem Ärmel des Saboteurs (Norman Lloyd), an dem dieser freischwebend hängt. Und es gibt Humor. Die Zirkustruppe ist ein Sammelsurium von ungewöhnlichen aber meist liebenswerten Menschen (‘Siamesische Zwillinge‘, ‘Die bärtige Lady‘ oder ‘Das lebende Felsmassiv‘). Die Szene mit dem blinden Pianisten (Vaughan Glaser), in der der nette Onkel wahre Weitsicht beweist trägt fast einen lyrischen Unterton. Lediglich an der schrillen Blechmusik merkt man dem Film sein Alter an. Und selbst das Happy End hält sich so kurz wie möglich. Muss nicht unbedingt im Archiv verrotten. Kann man sich durchaus anschauen. | |
Di, 28.06.2016Kino | Artemisia - Schule der SinnlichkeitGroß und fast vergessenDie historischen Genauigkeiten des Films kann man kritisieren. Aber über die Intensität dieses Frauenporträts aus dem frühen 17. Jahrhundert und die Einblicke in die Kunst der Zeit (Caravaggio, Tintoretto, Ingres) kann es keine zwei Meinungen geben. Sicherlich hat Agnès Merlet hier für Artemisia Gentileschi ein filmisches Denkmal errichtet. Das war auch wirklich überfällig für die bedeutendste und zugleich die erste Malerin der Renaissance/ Barock, die so viele biblische Frauenfiguren ins Bild gesetzt hat. Sie sind voller Kraft und Dynamik, voller Leid und Schmerz, aber zeigen auch Heldinnen.
Es ist zunächst ein Drama über die Kunst und das kommt zu Anfang recht frisch, dann durchaus frech und sogar etwas frivol daher. Diese junge Artemisia hat Talent. Wir sehen wie sie an ihrem eigenen Körper erste Aktstudien vornimmt, dann ihren Vater Orazio (Michel Serrault), einen anerkannten Maler, übertrifft und schließlich beim großen Tassi (Miki Manojlovic) in die Lehre geht. Eines ihrer Hauptwerke ‘Judith und Holofernes‘ steht im Mittelpunkt und reicht durchaus aus ein pars pro toto zu sein.
Merlet schildert eindrucksvoll die emotionalen Folgen ihrer Defloration – obwohl dies keineswegs belegt ist – sowie den Prozess wegen Vergewaltigung mit Folter mittels der Daumenschrauben. Das geht ebenso unter die Haut wie die ‘urologische‘ Prüfung ihrer Jungfräulichkeit durch zwei Nonnen.
Der Film ist zugleich ein fast zeitloses Dokument der Emanzipation in einer damals wie heute von Männern bestimmten Welt der Malerei. Vor allem Valentina Cervi in der Hauptrolle verleiht der Figur diese unbekümmerte Frische. Sie schaut und staunt und zeichnet. Große Augen, die am Ende nicht mehr leuchten. Aus Artemisia ist eine gebrochene junge Frau geworden. | |
Mo, 27.06.2016TV | Malavita - The FamilyWas für 'ne Familie?!Dieser Familienkrimi ist nichts für Krimifans. Drei Superstars und ihre beiden Kinder Belle (Dianna Agron) und Warren (John D‘Leo) ballern sich am Ende durch ihr gemietetes Haus in der Normandie, wobei sogar die Kids den Mafiakillern das Leben schwer machen. Es ist eine etwas hanebüchene Story. Vorher werden auch die Eltern als nicht gerade gesetzestreue Gäste in Frankreich geschildert, was ja nicht ganz unlustig ist. Tochter Belle schlägt schon mal ihre Klassenkameradinnen zusammen und auch Bruder Warren ist einer von der Haudrauf-Fraktion. Wenn Vater Giovanni (Robert De Niro) einen Klempner entsorgt und den Bürgermeister foltert finden das wahrscheinlich schon weniger spaßig. Die Filmvorführung eines Scorsese Films im Dorf ist arg an den Haaren herbeigezogen – hätte nur noch gefehlt, dass De Niro selber auf der Leinwand zu sehen ist. Bleibt nur noch die vorübergehende Lovestory von Belle mit dem Mathenachhilfelehrer (ein ungeahnt neues Thema!) oder dass Giovanni zufällig eine Schreibmaschine in den Schoß fällt und er zum Schriftsteller mutiert.
Die Anfangskeilereien sind noch halbwegs witzig, dann verflacht die Handlung, obwohl der Höhepunkt ja erst die Befreiung der Familie am Ende von der Mafia ist. Die Jungs rücken an mit einem Waffenarsenal, als würden sie in den Krieg ziehen. Alles etwas unglaubwürdig und nicht gerade fürs Nachmittagsprogramm geeignet. Vielleicht für die Familie, wenn sie aus der Bronx stammt.
Ein etwas ironischer Krimihintergrund teils realistisch teils tief im Klischee steckend. Ein wirklich schlechtes Leben (deutscher Titel!) ist das nicht. Auch nicht lustig und nur ganz am Ende ein bisschen spannend. | |
Fr, 24.06.2016TV | My Brother the DevilMein Bruder der HeldDer Film eignet sich besonders für eine anschließende Diskussion. Und das macht ihn so wertvoll. Regisseurin Sally El Hosaini, eine Waliserin mit ägyptischen Wurzeln weiß wovon sie spricht. Auch die beiden Hauptdarsteller James Floyd und Fady Elsayed sind in England geboren, haben ebenfalls einen Migrationshintergrund. So wirkt der Film sehr authentisch. Besonders die Lebensumstände junger Migranten, die eigentlich zwischen alles Stühlen sitzen, werden anschaulich geschildert. Wenn sie das Haus verlassen, leben sie gefährlich.
Allein der Titel ist eine Diskussion wert. Und das war wohl auch beabsichtigt. Rashid ist alles andere als ein Teufel. Er ist ein Idol für seinen jüngeren Bruder Mo.
Die beiden versuchen sich einzunorden zwischen Elternhaus, ihrer Gang, die ihnen Sicherheit gewährleisten und erste zaghafte Liebesempfindungen. Das steigert das Drehbuch zu einer blutigen Auseinandersetzung auf der Straße. Auch die sich daraus ergebenden Folgeverhandlungen mit Angeboten und Garantien von der Gang sind erstaunlich. Letztlich hört man aber ‘Stark ist derjenige, der sich beherrschen kann‘. Das Werteschema dieser jungen Männer wird deutlich, nachdem sich Mo und Rashid etwas voneinander entfernen und der Kleine sprachlos bleibt als er Rashid in der Wohnung eines Freundes beobachtet. Er traut sich nicht das Wort ‘schwul‘ auszusprechen und sagt seinen Freunden Rashid sei ein Terrorist. Dabei wird die im Milieu übliche Sprache verwendet z.B. ‘Verpiss dich, du Opfer!‘ und in fast jedem zweiten Satz kommt das Lieblingswort der Kids vor ‘ Heh Alter!‘
Auch die Frage, wo oder wer ihnen ein Zuhause sein kann: ihre Eltern oder ihre Gang? wird gestellt. Und es wird klar, wie schwer es ist, aus der Szene auszusteigen. Ein Hoffnungsschimmer bleibt aber und dann kommt das Nachdenken. | |
Do, 23.06.2016TV | Die geliebten SchwesternSchiller und die SchwesternGut, dass es keine historisch nachweisbaren Fakten über die Liebe von Friedrich Schiller zu den beiden Lengefeld Töchtern gibt. So konnte Dominik Graf ein Drehbuch verfassen, das zwar in einem zeitlich fest umrissenen Rahmen spielt (Es fallen Begriffe wie ‘Aufklärung‘, die ‘Französische Revolution von 1789‘ oder ein Treffen Goethe – Schiller), aber die hier dargestellte Ménage à trois ist ein zeitloses Phänomen. Schiller als Prince Charming flattert leicht und locker zwischen den sich sehr zugetanen Schwestern Caroline (Hannah Herzsprung) und Charlotte (Henriette Confurius) hin und her. Dabei halten sich die starke emotionale Bindung der beiden jungen Frauen zueinander und ihre Zuneigung zum aufstrebenden Dichter die Waage. Das ist das Ungewöhnliche an diesem Film. Und dank der drei grandiosen Hauptdarsteller gelingt es das Phänomen ‘Liebe‘ in der Schwebe zu halten. Außerdem bilden zwei ältere Damen einen herrlichen Kontrast zur Jugend: Charlotte von Stein († Maja Maranow) und die Mutter der beiden (Claudia Messner).
Erstaunlicherweise gibt es fast keinen Streit unter den Schwestern. Erst ganz am Ende fetzen sie sich mal und rücken Möbel. Man sieht auch nur ganz kurz Caroline mit Schiller im Bett. Charlotte hat zwar auch ihre Qualitäten, die aber nie mit denen ihrer Schwester konkurrieren. Oder wie Schiller es sagt: ‘die eine ist die Weisheit, die andere die Glut‘. Aber es gibt jede Menge Emotionen und auch Tränen. Beide gebären Kinder. Es entwickeln sich zwei Pärchen (Ronald Zehrfeld kommt noch hinzu) und zwei Kinder.
Das Ende hält Dominik Graf wohl bewusst etwas vage. Tod und Trennung werden schnell abgehandelt, während man in Gedanken noch bei den wunderschönen Bildern verweilet: Picknick im Grünen, eindrucksvolle Architektur als Ambiente etc. Oder der Charme von Charlotte und Caroline wirkt noch nach. | |
Mi, 22.06.2016TV | Die UnbestechlichenDie glorreichen VierDer Film spielt während der Prohibition und thematisiert die Bekämpfung von Al Capone. Die Maskenbildner haben Robert de Niro so umgebaut, dass er dem König des Verbrechens sehr ähnlich sieht. Brian de Palma hat einen der spannendsten Polizeikrimis der Filmgeschichte gemacht. Bereits als Auftakt explodiert eine Bombe, die nicht nur schockiert, sondern später dramaturgisch ausgebaut wird. Sie verdeutlicht die gesamte Problematik. Das Besondere an diesem Film ist, dass die Spannung am Ende lange Zeit steigernd hochgehalten und so von Höhepunkt zu Höhepunkt weiterführt wird. Hier arbeitet die Technik perfekt mit Slomo und teilweise ohne Ton. Dabei macht de Palma eine Verbeugung vor Eisenstein. Erst die legendäre Szene im Bahnhof, dann der Prozess mit dem Austausch der Geschworenen und dann die Ausschaltung des Killers, den Billy Drago herrlich unsympathisch darstellt.
Auch die von Eliot Ness (Kevin Costner) zusammengestellte Vierergruppe ist hervorragend gecastet und zu recht prämiert. Da ist zunächst Jim Malone (Sean Connery), der erfahrene Polizist, mit einem für ihn ungewöhnlichen Ende. Andy Garcia (George Stone) verkörpert eindrucksvoll den Nachwuchs und Charles Martin Smith (Oscar Wallace) macht den Spezialisten für die doppelte Buchführung, der mit einer Pumpgun eigentlich wenig anfangen kann.
Dazu kontrastiert Al Capone nicht nur als eigenhändiger Mörder, sondern brilliert vor der Presse, die ihn so verehrt, als Geschäftsmann mit der berühmten ‘Weißen Weste‘.
Es gibt Starbesetzung mit Riesenspannung. Dabei ist der Film knallhart und zugleich emotional persönlich. Hier wäre Costners Ehefrau Catherine (Patricia Clarkson) zu erwähnen. Sie hält sich unaufdringlich im Hintergrund, setzt aber Akzente.
Die Entspannung nach dem Finale ist auch nicht unwichtig. Und ein Joke am Ende: Ness von einem Reporter gefragt: ‘die Prohibition soll aufgehoben werden. Was werden sie tun?‘ Antwort ‘Wahrscheinlich einen trinken‘. Immer wieder packend.
Ennio Morricone für den Score verantwortlich und David Mamet für das Drehbuch passen in das Ensemble der Giganten. | |
Sa, 12.07.2025 von antoniawarda
richtig schlechte Sendung, man kann nicht wirklich mitraten, weil die Aufgaben für den Zuschauer ...
Sa, 14.06.2025 von Rozenbaum
Gute Themen, aber warum müssen alle Gästinnen grell überschminkt sein . Zu viel BotOx, zu viel ...
Fr, 30.05.2025 von Coa60
Die Sterne sind für die satirische Kritik am Hebammengesetz. Ansonsten fand ich die Sendung nur ...
Sa, 17.05.2025 von Kunstart.net
1. Klone haben (Kindheits-)Erinnerungen implantiert, damit sie nichts hinterfragen, nicht davon ...
Sa, 19.04.2025 von frge
Gut gemacht. Gute Schauspieler.Es ist ein schöner Zeitvertreib. Gern auch über Mediathek.