Anzeige
Home » Profil von 8martin » 

Bewertungen

Bewertungen

Mo, 07.03.2016
TV | Prometheus - Dunkle Zeichen
Nachgereichter Anfang2 Sterne
Wie schon bei den Star Wars kommt hier nach drei Teilen ein vierter, der den Ursprung der Aliens nachträglich darstellen soll. Und es ist nur ein optischer Leckerbissen geworden. Ein saustarker Beginn, der einem den Atem verschlägt, eine optische Sensation, die nach und nach in der isländischen Einöde versandet. Der Film ist ein Entwurf. Die Handlung ist skizzenhaft geblieben. Den Figuren fehlt es an gehaltvoller Fülle. Sie traben meistens wie Roboter durchs Bild – und das liegt nicht an den Schutzanzügen. Das Gros der Truppe bleibt ohne Konturen wie z.B. Mss. Vickers (Charlize Theron). Sie weiß selbst nicht so recht, was sie hier will. Mal stößt sie unbefolgte Befehle aus oder hastet an ein Schaltpult. Meistens starrt sie angestrengt zusammen mit Captain Janek (Idris-Luther-Elba) und den anderen auf unsichtbare Bildschirme. Lediglich der Androide David (Michael Fassbender) und die Archäologin Elizabeth Shaw (Noomi Rapace) gewinnen etwas an Format. Mehr gibt das Drehbuch nun mal nicht her. David bleibt als abgeschlagener sprechender Kopf weiterhin richtungsweisend und Shaw beeindruckt durch eine selbst durchgeführte Entbindung mit Kaiserschnitt, die Geburt des Aliens. Der technische Aufwand und die Ausstattung sind gewaltig, bringen aber keinerlei Spannung. Auch ohne dieses Prequel kann man die anderen Teile von Cameron und Fincher durchaus genießen, denn sie sind turmhoch besser.
Trennstrich
Mo, 07.03.2016
TV | Der Kautions-Cop
LIEBE - HASSLIEBE - LIEBE1 Stern
Regisseur Tennant ist wohl einer der Vertreter, die Massenware aus Hollywood herstellen. Da ist Fließbandarbeit gefragt. Eine vorhersehbare Handlung nach dem Schema F: LIEBE – HASSLIEBE – LIEBE. Und als Kassenmagnet hat man Jennifer Aniston in die weibliche Hauptrolle gesteckt. Sie hat wohl Everybodys Darling der 80er und 90er Jahre Meg Ryan abgelöst. Ihr Ex und Wieder-Doch-Lover ist Gerard Butler. Die klar vorhersehbare Handlung schleicht sich so an der Schattenwand entlang. Die wenigen Gangster bringen etwas Leben in die Bude der Langeweile. Der Kopfgeldjäger (Originaltitel) soll seine Ex einlochen. Das geht nur unter lauten Heulern und Brüllern – es sollen aber auch Schnarcher dabei gewesen sein. Das übliche Katz-und-Maus Spiel: mal fesselt er sie, mal sie ihn. Aber nur mit echten Handschellen. Dann zickt sie wieder rum und er rafft im Gegensatz zu den Zuschauern nicht was Sache ist. Zwischendurch wird schon mal Süßholz in Nostalgie geraspelt bis der Schreiner kommt. Während er sie in seinem Kofferraum ins Präsidium transportiert, ruft er sein Büro an: ‘Rate mal, was ich hinten drin habe?‘ Antwort: ‘Ist das eine sexuelle Anspielung?‘ Da johlt doch der ganze Kinosaal – und zwar schon vor der Antwort. Wenn’s keine Dialoge gibt, kann man getrost den Schnelldurchlauf betätigen. Man verpasst nichts von der alltäglichen Normalo-Theke. Die Nominierung für die Goldene Himbeere würde ich durch die Goldene Zwiebel ersetzen. Dieser platte Plot ist zum Heulen, das Ende kommt im Frontscheiben-Format daher. Nebelschwaden von Puderzucker zwischen Gitterstäben.
Trennstrich
Mo, 07.03.2016
TV | Pesthauch des Dschungels
Tod im Garten Eden4 Sterne
Wie fast alle Filme von Bunuel unterscheidet sich auch dieser von dem üblichen Mainstream des Genres (1958). Es beginnt mit dem Titel. Da hat der deutsche Verleiher etwas auf den Putz gehauen. Der ‘Pesthauch‘ als Synonym für den ‘Tod‘ und der ‘Dschungel‘ ist ein ‘Garten‘ (der von Eden vielleicht?). Die symbolträchtige Handlung ist typisch für Bunuel. Irgendwo im nirgendwo suchen Glücksritter nach Diamanten. Ist das Leben ein Glücksspiel? Ein autoritärer Staat verbietet das plötzlich einfach. Eine Gruppe verlässt aus ganz unterschiedlichen Gründen den Ort und schlägt sich durch den Urwald. Die Dissidenten müssen fliehen? Da ist der alte Vater Castin (Charles Vanel) und seine stumme Tochter Maria (Michèle Girardon). Dann gibt es einen Pater Lizzardi (ein ganz junger Michel Piccoli), einen echten Abenteurer Chark (Georges Marchal) und die Hure Djin (Simone Signoret). Fast alle sind nicht frei von Schuld. Der Alte ist Opfer seiner eigenen Dummheit, die Hure ist nur auf Gewinn aus und haut jeden übers Ohr, der Priester ist halt ein Opferlamm, das dargebracht werden muss. Was sucht er eigentlich in diesem Sündenpfuhl? Nur die stumme Maria ist rein und unschuldig. Sie und Chark werden als einzige den Trip vielleicht überleben. Das Ende liefert genügend Grund zum Grübeln. Warum überleben diese beiden? Das Leben ist halt ungerecht. So auch hier. Kein Happy End, nur ein Schluss ohne Ende, den man so schnell nicht vergisst. Bunuel hat ein kleines Universum geschaffen, in dem Recht und Ordnung abhandengekommen sind. Das ist irritierend, aber durchaus realistisch, geht aber keineswegs konform mit unseren Sehgewohnheiten. Danke Luis.
Trennstrich
So, 06.03.2016
TV | Rescue Dawn
Rettung im Morgengrauen4 Sterne
Wenn man an Kriegsfilme vom Fernen Osten (Vietnam) denkt, kommt einem ja nicht gleich der Name Werner Herzog in den Sinn. Hier beweist er, dass er dieses Genre auch beherrscht. Herausgekommen ist ein etwas anderer Kriegsfilm. Der deutsch-stämmige Dieter Dengler (ganz toll Christian Bale) wird über Laos abgeschossen und flieht mit Erfolg aus einem Gefangenlager. (Siehe Titel) Herzog hat alle Facetten dieses Themas erwähnt, nur die Betonung sieht etwas anders aus. Er schildert auch die Foltermethoden der Vietkong, die Demütigungen durch das Wachpersonal und das alltägliche Grauen des Camps. Ein kleiner humorvoller Aspekt ist die Tatsache, dass Dieter eine Schlosserlehre in Deutschland gemacht hatte und so die Handschellen problemlos öffnen kann. Die Vorbereitungen zur Flucht und die Stimmung innerhalb der Gefangenen sind hier wichtig. Da gibt es weißgott Meinungsverschiedenheiten. Die Bewacher werden einzeln vorgestellt und als Individuen mit typischen Eigenschaften behandelt. Die Dschungelkulisse ist beeindruckend. Es gibt Dauerregen, Blutegel und erfolgreiche Versuche Feuer zu machen. Dieter hat von den Einheimischen gelernt. Ein einziger überraschender Schocker lässt einen hochschrecken, wenn eine Methode bei Duane (Steve Zahn) zur Anwendung kommt, die wir sonst nur von Islamisten her kennen. Das wird später durch eine Traumsequenz etwas abgefedert. Und am Ende wird die CIA noch ausgetrickst, die den Geretteten aus Sicherheitsgründen durch endlose Befragungen quälen möchten. Da lassen wir auch bei der Jubelfeier auf dem Flugzeugträger mal alle Fünfe grade sein. Herzog hält den Patriotismus in erträglichen Grenzen. Eine wahre Geschichte liefert die Spannung, Christian Bale bringt sie sehr überzeugend rüber.
Trennstrich
So, 06.03.2016
TV | District 9
Shrimps4 Sterne
Ein ganz innovatives Science Fiction Abenteuer mit brisantem Inhalt. Ein Raumschiff steht über Johannesburg. Im Innern unzählige Aliens, die wegen ihres Aussehens von den Einheimischen ‘Shrimps‘ genant werden. Bei der Umsiedlung in Flüchtlingslager (Slums) infiziert sich der zuständige Leiter Wikus (Sharlto Copley) und mutiert langsam zu einem Insektoid (einem heuschreckenähnlichem Wesen mit Fühlern auf dem Kopf und einem Fransenmund). Eine neuartige Sprache, die aus Knurr- und Klicklauten besteht, dient der Kommunikation. Wenn man die Aliens als Migranten von heute sieht, bekommt das Drama einen aktuellen Bezug. Wikus ist gar nicht der Typ Held, eher ‘Sesselfurzer‘ im Büro. Ein braver Ehemann und pflichteifriger Erfüllungsgehilfe der Obrigkeit. Die ist aber nur am Profit interessiert und experimentiert mit den Aliens. Wikus macht sich auf, um geheilt zu werden gejagt von einer Multinational Unit. Ein Shrimp hilft ihm. So kämpft Wikus gegen seine eigenen Leute. Das sind Rassisten. Die Weißen betrachten die Aliens als Untermenschen. Dazwischen gibt es noch die Farbigen Südafrikas. Alle drei Gruppierungen bekämpfen sich aus verschiedensten Gründen gegenseitig. Immer wieder besonders am Anfang und am Ende werden Interviews mit Vertretern der Behörden oder Passanten eingeblendet. Das gibt dem Ganzen einen dokumentarischen Touch und passt zum offenen Ende. Überraschend spannend mit Schock- und Ekelelementen und einer potentiellen Zukunftsvision. Getragen wird der Film von einem grandiosen Sharlto Copley, der über sich hinauswächst und sich und uns in Erstaunen versetzt.
Trennstrich
Sa, 05.03.2016
TV | Wrong
Quatsch mit Soße0 Sterne
Ich weiß ja nicht, was die eingeworfen haben, die hier von einem Kleinod oder einem Meisterwerk reden. Aber im Grunde schrammt der Film an der Genialität vorbei direkt kopfüber in den Schwachsinn. Und der ist so flach und banal, dass man sich ständig gezwungen sieht in Gedanken, dem Drehbuch Krücken anzubieten. Anfangs ist man von den skurrilen Einfällen noch amüsiert, erkennt aber schon bald die Methode, die dahinter steckt. Alles läuft verkehrt rum ab. Die zentrale Figur heißt Dolph (Kurzform von A-Dolph). Der ist nicht einmal ein Anti-held, er ertrinkt im Quatsch mit Soße. Es regnet in den Büroräumen, im Garten steht eine Tanne statt einer Palme, die Uhr zeigt unbeweglich 7:60, der Gärtner ersticht Emma und wird selbst begraben etc. Wenn das alles der Regisseur Dupieux stringent durchgehalten hätte, wäre noch eine Annäherung an obige Bewertung möglich gewesen. Und da böten sich diverse total surreale Variationen an: z.B. könnte Emma (Alexis Dziena nur der Optik wegen) am Strand den entführten Hund Paul wieder zur Welt bringen. Hier wird deutlich, dass Unfug Grenzen hat, wenn er ins Leere läuft. Da braucht es Schienenstränge, die konzeptionelle Fäden erkennen lassen, die sich von der Normalität absetzen. Es reicht nicht, wenn ein Bub einen abgebrochenen Weinflaschenhals in der Hand hält und fragt ‘Ist das ein Seeigel?‘ – ‘Nein‘, antwortet Emma ‘das ist eine zerbrochene Weinflasche‘. Kommt in der Realität den Bezahl-Sendern mit ihren Quizfragen nahe: Man sieht eine Blumenvase und erhält zwei mögliche Optionen ‘Ist das A: eine Blumenvase oder B: ein Elefant?‘ Falsch (Titel!) war hier nur eins: diesen Film zu machen. Schade um die vertane Zeit.
Trennstrich
Fr, 04.03.2016
TV | Jane Eyre
Gefühlvolle Romanze ohne Schmalz4 Sterne
Der vielleicht am häufigsten verfilmte Roman von Jane Austen erhält hier von Cary Fukunaga fast eine Neuinterpretation. Angeführt von zwei großartigen Hauptdarstellern Mia Wasikowska und Michael Fassbender kann sich auch das übrige Ensemble durchaus sehen lassen. (Sally Hawkins, Imogen Poots u.v.a.). Die Handlung ist geschickt zerschnitten, bis sich Vergangenheit und Gegenwart wiedertreffen. Janes Vorgeschichte wird nur kurz beleuchtet, aber mit ersten deutlichen Hinweisen auf ihren Charakter: offen, freimütig, hilfsbereit und hart im Nehmen aber auch zart im Gefühl. Atmosphärisch ist der Film meist in blasses Grau oder überhaupt düstere Farben gehüllt und erhält gelegentlich einen Anflug von Horror. Neben der Landschaft, die der Heimat der Vorlage gut nachempfunden und großartig ins Bild gesetzt wurde, gibt es hier breiten Raum für die Dialoge, was den Film ganz nah an Charlotte Bronte heranrückt. Fukunaga stellt Jane viel deutlicher als im Roman zwischen zwei Männer: ihre große Liebe Sir Rochester (Fassbender) und den Geistlichen John Rivers (Jamie-Billy-Elliot-Bell). Klar für wen sie sich am Ende entscheidet. Aber da gibt es noch Ehehindernisse, die hier wie Überraschungsschocker in die Handlung eingebaut sind. Bigamie steht im Raum. Als guten Geist des Hauses Rochester sehen wir Judi Dench, die am Ende Jane gute und schlechte Nachrichten überbringt und den Zuschauer darüber aufklärt, was passiert war. Einen Aspekt, den Austen immer wieder betont hat, ist auch hier enthalten: Janes Unabhängigkeit und finanzielle Selbständigkeit. Sie arbeitet als Erzieherin und Dorfschullehrerin. Und im Sinne von Charles Dickens wird ihr da noch nachgeholfen: sie erbt eine große Summe. Das passt gerade, denn Rochesters Haus liegt in Schutt und Asche. Manchmal vermute ich sitzt da auch ein Schalk in Jane Austens Nacken, wenn man Sätze hört wie ‘Die Schönheit des Mannes liegt in seiner Kraft.‘ Schön, dass es noch solche Filme gibt.
Trennstrich
Fr, 04.03.2016
Kino | Suffragette - Taten statt Worte
Ehefrauen, Mütter, Rebellinnen4 Sterne
Regisseurin Gavron hat schon mit BRICK LANE (2007) bewiesen, dass sie es versteht, Frauenthemen behutsam aber eindringlich darzustellen. Für ihre ‘Obersuffragetten‘ hat sie drei ganz Große auf die Leinwand gebracht. Meryl Streep (Emily Pankhurst) gibt nur ein kleines aber überzeugendes Gastspiel, Bonham Carter (Edith Ellyn) ist für die Logistik der Aktionen verantwortlich und Carey Mulligan (Maud) macht mit ihrer Rolle einerseits den Weg in die Frauenproteste deutlich, andererseits verkörpert sie das zentrale Thema: Frauen als Ehefrau und Mutter, die gleichzeitig zeichensetzende Aktionen gegen die Unterdrückung der Frau durchführen. Dabei geraten sie immer wieder in Konflikt mit dem Gesetz. Sarah Gavron lässt die wenigen Vertreter der männlichen Zunft korrekt aber nicht allzu negativ wegkommen, obwohl Mauds Ehemann Sony (Ben Whishaw) auch nur die damals allgemein übliche Meinung vertritt, die mancherorts auch heute noch anzutreffen ist: Frauen sind nur zuständig für Kinder, Küche und eventuell noch Kirche. Kommissar Steed (Brendan Gleeson) tut nur ganz unaufgeregt seine Pflicht und da stören die Mädels nun mal die öffentliche Ordnung. Dramaturgisch setzt Sarah Gavron auf Spannungssteigerung. Von den überfallartigen Auseinandersetzungen mit der Polizei geht es über Hungerstreik und Zwangsernährung bis zum ersten Opfer Violet Miller (Anne-Marie Duff) auf der Rennbahn in Epsom. Jetzt kann die Öffentlichkeit (inklusive König Georg V.) die Augen vor dem Anliegen der Frauen nicht länger verschließen. Nach der ersten Märtyrerin der Bewegung folgen im Abspann einige Daten über die Einführung des Frauenwahlrechts auf der Welt. Und da sind durchaus Überraschungen dabei. Überzeugend, einfühlsam und preiswürdig. Aus heutiger Sicht schier unglaublich. Es musste halt mal gesagt werden.

Neueste Bewertungen

Sa, 12.07.2025 von antoniawarda

TV | Das 1% Quiz
sehr schlecht gemachte Quizsendung1 Stern

richtig schlechte Sendung, man kann nicht wirklich mitraten, weil die Aufgaben für den Zuschauer ...

Sa, 14.06.2025 von Rozenbaum

TV | deep und deutlich
strange3 Sterne

Gute Themen, aber warum müssen alle Gästinnen grell überschminkt sein . Zu viel BotOx, zu viel ...

Fr, 30.05.2025 von Coa60

TV | Die Carolin Kebekus Show
Frau Baerbock2 Sterne

Die Sterne sind für die satirische Kritik am Hebammengesetz. Ansonsten fand ich die Sendung nur ...

Sa, 17.05.2025 von Kunstart.net

TV | Die Insel
20:15 Uhr bis 22:55 Uhr: ohne jedweden Tiefgang1 Stern

1. Klone haben (Kindheits-)Erinnerungen implantiert, damit sie nichts hinterfragen, nicht davon ...

Sa, 19.04.2025 von frge

TV | Notruf Hafenkante
Krimi mal anders5 Sterne

Gut gemacht. Gute Schauspieler.Es ist ein schöner Zeitvertreib. Gern auch über Mediathek.

Ihre Lieblingsfilme und Serien auf DVD und Blu-ray.