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Mo, 25.01.2016
TV | Saiten des Lebens
Sieg der Musik3 Sterne
Der Film ist wunderschön leise, angenehm ruhig und klassisch musikalisch. Das Quartett dieses ins Deutsche unübersetzbaren Titels ist in die Jahre gekommen. Eine Ehe ist in eine Krise geraten, weil Robert (Philip Seymour Hoffman) nicht immer die ‘zweite Geige‘ spielen will. Ein One-Night-Stand mit der feurigen Flamencotänzerin Pilar (Liraz Charhi) kann ihm seine Frau Juliette (Catherine Keener) nicht verzeihen. Als dann Mitspieler Daniel (Mark Ivanir) auch noch mit Robert Tochter Alex (Imogen Poots) schläft, droht das berühmte Ensemble auseinanderzubrechen. Es wird viel über klassische Musik gefachsimpelt und über den Wert von Solisten gegenüber einem Team. Aber Menschen machen Fehler, Musiker sind auch Menschen. Ein Faustschlag beim üben und eine Ohrfeige von Muttern lassen Emotionen aufkommen, bevor man zu einem finalen Abschlusskonzert wieder friedlich vereint auf der Bühne steht. Hier verabschiedet sich Pete (Christopher Walken), der Parkinson hat vom Publikum und seinen Kollegen. Klingt alles recht cool, ist es aber nicht. Den Protagonisten nimmt man ihre Streicherkünste ab, ihre menschlichen Probleme wirken nur wie ein Füllsel. Wie es aussieht, überdauert die Musik anscheinend alle Krisen. Kann schon sein. Aber hier ist es etwas realitätsfern weil glatt gebügelt. Da schäumt der emotionale Wirlpool gelegentlich auf, weil jemand vergessen hat den Stöpsel zu ziehen. Schön gesittet, kunstvoll um Verständnis bittend. Näheres siehe Beethovens Streichquartet Nr 14. cis moll Köcherverzeichnis 131. Wen die Klassik schon nicht vom Stuhl haut, dem wird auch dieses menscheln hier nicht besonders nahe gehen.
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So, 24.01.2016
TV | Das große Geheimnis
Drei Teenies4 Sterne
Eine Geschichte aus der Zeit, als die Nazis Holland besetzten. Regisseur Bots stellt Tuur und Lambert in den Mittelpunkt, eine enge Freundschaft, die auf die Probe gestellt wird. Ihre Familien stehen den Nazis gegenüber auf zwei unterschiedlichen Seiten. Die Familie von Tuur ist im Widerstand, Lamberts Vater ist Bürgermeister des Dorfes und Erfüllungsgehilfe der Nazis. Als Maartje (Pippa Allen) auftaucht, verspüren beide Buben erste Vorboten einer Sympathie für das andere Geschlecht. Und alle teilen Geheimnisse: Tuur kennt eine Höhle und Maartje hat eine Blechdose, die Indizien enthält, dass sie ein jüdisches Mädchen ist. Als die Nazis alle Schweine im Dorf abtransportieren, versteckt sie ein kleines Ferkel und hat somit noch ein Geheimnis. Der Film enthüllt sehr behutsam die Nazi-Signale aus dem Umfeld und das Aufdecken der Folgen. (Aus einem abfahrenden Zug schaut schon mal eine Kinderhand raus und wirft einen Teddy auf die Schienen oder ein englischer Comic liegt in der Höhle). Der Zuschauer begreift wie Tuur, was Sache ist. Der versteht, dass das hier alles nicht nur falsch ist, sondern, dass seine Freundschaften zu zerbrechen drohen; die zu Lambert ebenso wie die zu Maartje. Wenn dann noch die Vermutung auf Verrat hinzukommt, ist das eine menschliche Tragödie. Ein kleiner Film mit altersgemäßer Problematik, der logischerweise auch mit einem ebenbürtigen Schluss ohne Märthyrer auskommt, ohne zu verharmlosen. Nach der Spiralen Theorie bietet die anfangs gezeigte Höhle am Ende den finalen Ausweg für die Familie von Tuur. Macht betroffen ohne aufdringlich zu sein.
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So, 24.01.2016
TV | Auf brennender Erde
Feuer!4 Sterne
Der Titel ist in mehrfacher Hinsicht zutreffend. Im Leben von drei Frauen unterschiedlichen Alters ‘brennt’ im wahrsten Sinne des Wortes der Baum und ein Wohnwagen wird abgefacklt. Ihre Schicksale sind auf recht interessante Art und Weise miteinander verbunden. Da ist Sylvia (Charlize Theron), Gina (Kim Basinger) und Mariana (Jennifer Lawrence). Jeweils zwei von ihnen begegnen sich. Sylvia findet zu Mann und Tochter zurück, Mariana ist die Tochter von Gina. Die geschickte Verknüpfung der Frauenschicksale weckt das Interesse der Zuschauer, die schauspielerischen Leistungen der drei tun ein Übriges, um dran zu bleiben. Nach und nach kristallisiert sich eine zweifache Gruppierung heraus: Gina und Mariana auf der einen und Sylvia auf der anderen Seite. Ihr Weg ist klar und eindeutig, wenn auch der genaue Ausgang bis zum Schluss offen bleibt. Bei den beiden anderen Mädels ist das Ende absehbar und nimmt Bezug auf den Titel. Dann gibt es noch eine gedankliche Verbindung der beiden Gruppen. Mariana tut das Gleiche wie es Sylvia vor Jahren getan hat: sie verlässt ihr Baby. Ein Maleur, das die reife Sylvia erst im hohen Alter wiedergutmachen kann. Das wäre genug Happy End, doch wie mit einem Weichzeichner werden am Ende nochmals Bilder nachgereicht, die sowohl Lebende als auch Tote zeigen und die Realität beschönigen sollen. Personen ziehen wie im Déjà-vu vorbei. Eine Konzession an den Publikumsgeschmack, der alles in der Schublade ‘Friede, Freude, Eierkuchen’ (FFE) vergraben sehen möchte. Unnötige Wiederholung. Der Film davor ist nicht schlecht.
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Sa, 23.01.2016
TV | Das Lager - Wir gingen durch die Hölle
Leere Kälte3 Sterne
Ein Film, der schwer zu beurteilen ist. Ein Thema, dass man so auch nicht alle Tage sieht. Nach dem 2. Weltkrieg bewacht eine handvoll russischer Soldatinnen etwa 50 deutsche Kriegsgefangene, ein hungernder, frierender, zerlumpter Haufen. Einzelne Charaktere auf beiden Seiten werden allmählich sichtbar. Auf russischer Seite sehen wir Vera (Ingeborga Dapkunaite), die rabiat prügelnde Aufseherin, die ihre ganze Familie durch die Deutschen verloren hat. Die junge Zina (Nathalie Press), die sich verliebt, schwanger wird und sich dann erhängt. Im Mittelpunkt steht die Ärztin Dr. Natalia (Vera Farmiga). Auch sie zeigt Gefühle für Max Bort (Thomas Kretschmann). Daniel Brühl gibt den deutschen Edelnazi und bezahlt mit seinem Leben. Dr. Natalias Hauptgegenspieler steht im eigenen Lager Colonel Pavlov (John Malkovitch). Er ist ein taktierender Zyniker, gefühlskalt wie die Außentemperatur im Lager. Es gibt genug Action, auch echte menschliche Tragik, aber irgendwie lässt das einen kalt. Man spürt Revanchismus und Patriotismus. Männer und Frauen setzen ihr sexuelles Potential ein. Manche sind dabei erfolgreich, andere nur teilweise oder überhaupt nicht. Dann kommt ein Teil, der kontraproduktiv ist, wenn man an den deutschen Untertitel denkt. Es ist keineswegs die ‘Hölle‘, wenn die Gefangenen als Orchester aufspielen und als Belohnung russische Frauen ins Camp kommen. Auch anderes passt nicht so recht ins Bild und lässt Fragen offen. Dazu gehört vor allem das etwas kryptische Ende mit einem fiftyfifty Happy End. Auch das macht einen weder besonders froh noch unglücklich. Im Grunde ist der Film gar nicht mal so schlecht. Vielleicht ist es ja die innere Distanz, die nicht überbrückt werden kann, hinzu kommt die Inkonsequenz, die die Emotionen abwürgt.
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Do, 21.01.2016
TV | César
Die Marseille Trilogie (3)3 Sterne
Die Marseille Trilogie Marius (1) Fanny (2) César (3) Man sollte die drei Filme in der richtigen Reihenfolge gesehen haben. Drei Regisseure haben nach einander - zuletzt der Autor selber - Pagnols Werk verfilmt. Der erste Teil bildet die Ausgangssituation der Trilogie. Zwischen den Nachbarskindern Marius und Fanny besteht seit Kindertagen eine Sandkastenliebe. Doch Marius (Pierre Fresnay) will zur See fahren. Fanny (Orane Demazis) will ihn nicht an sich binden, obwohl sie mit ihm geschlafen hat. Marius wird Matrose und Fanny verzichtet auf ihn. Mit viel Empathie und Situationskomik wird die Welt der kleinen Leute im Hafenviertel von Marseille dargestellt. Sie übertreiben oftmals, schwindeln schlecht und streiten sich fast ununterbrochen. Bald kristallisiert sich der Vater von Marius César (Raimu) als zentrale Figur heraus. Er setzt auch darstellerische Zeichen, während Fanny mit ihrer Gestik noch aus der Stummfilmzeit zu stammen scheint. Sie seufzt ‘Marius!, sieht ihm nach und fällt in Ohnmacht. Man ist gespannt auf den 2. Teil. Die schwangere Fanny heiratet den viel älteren, wohlhabenden Panisse (Fernand Charpin). Briefe werden hin und her geschickt, Fanny hält Kontakt. Das Vater-Sohn Verhältnis wird ausführlich beleuchtet und die Stammgäste der Bar versuchen César aufzuheitern. Und immer ist ausgiebig Platz für Komik. Mal hält die Straßenbahn, wenn die Männer Boule spielen oder einer geht mit einem unsinkbaren Boot baden. Dann vertreiben sich die Kumpane die Zeit, indem sie einen Steinbrocken unter einer Melone verstecken. Jeder wird den Hut wie einen Fußball wegkicken... Interessant ist es zu verfolgen, wer ab wann weiß, wer der Vater des kleinen Césariot (André Fouche) ist. Diese Lösung wird für den dritten Teil aufgehoben. Der letzte Teil ist etwas langatmig geworden. Es ist die große Abrechnung. Alle kommen wieder zusammen. In langen Dialogen / Monologen wird die ganze Sache aufgeklärt. Die Kamera bleibt statisch fest montiert. Und das Spiel wird etwas pathetischer. Das Ausführlichkeitsprinzip kommt voll zum Tragen. Da merkt man dem Film sein Alter an. Aber er hat den Charme des Archivmaterials und die Schönheit des Antiquariats mit all der ihm innewohnenden Ruhe, die die Szenen ausstrahlen. Die Aktionen sind herrlich altmodisch. Man wartet auf das Happy End und das zieht sich. Romantik pur. Der Neu-Opa schwebt über allem und dirigiert die Personen. Er ist nun mal der ‘Chefe’. Wie in der guten alten Zeit.
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Do, 21.01.2016
TV | Fanny
Die Marseille Trilogie (2)3 Sterne
Die Marseille Trilogie Marius (1) Fanny (2) César (3) Man sollte die drei Filme in der richtigen Reihenfolge gesehen haben. Drei Regisseure haben nach einander - zuletzt der Autor selber - Pagnols Werk verfilmt. Der erste Teil bildet die Ausgangssituation der Trilogie. Zwischen den Nachbarskindern Marius und Fanny besteht seit Kindertagen eine Sandkastenliebe. Doch Marius (Pierre Fresnay) will zur See fahren. Fanny (Orane Demazis) will ihn nicht an sich binden, obwohl sie mit ihm geschlafen hat. Marius wird Matrose und Fanny verzichtet auf ihn. Mit viel Empathie und Situationskomik wird die Welt der kleinen Leute im Hafenviertel von Marseille dargestellt. Sie übertreiben oftmals, schwindeln schlecht und streiten sich fast ununterbrochen. Bald kristallisiert sich der Vater von Marius César (Raimu) als zentrale Figur heraus. Er setzt auch darstellerische Zeichen, während Fanny mit ihrer Gestik noch aus der Stummfilmzeit zu stammen scheint. Sie seufzt ‘Marius!, sieht ihm nach und fällt in Ohnmacht. Man ist gespannt auf den 2. Teil. Die schwangere Fanny heiratet den viel älteren, wohlhabenden Panisse (Fernand Charpin). Briefe werden hin und her geschickt, Fanny hält Kontakt. Das Vater-Sohn Verhältnis wird ausführlich beleuchtet und die Stammgäste der Bar versuchen César aufzuheitern. Und immer ist ausgiebig Platz für Komik. Mal hält die Straßenbahn, wenn die Männer Boule spielen oder einer geht mit einem unsinkbaren Boot baden. Dann vertreiben sich die Kumpane die Zeit, indem sie einen Steinbrocken unter einer Melone verstecken. Jeder wird den Hut wie einen Fußball wegkicken... Interessant ist es zu verfolgen, wer ab wann weiß, wer der Vater des kleinen Césariot (André Fouche) ist. Diese Lösung wird für den dritten Teil aufgehoben. Der letzte Teil ist etwas langatmig geworden. Es ist die große Abrechnung. Alle kommen wieder zusammen. In langen Dialogen / Monologen wird die ganze Sache aufgeklärt. Die Kamera bleibt statisch fest montiert. Und das Spiel wird etwas pathetischer. Das Ausführlichkeitsprinzip kommt voll zum Tragen. Da merkt man dem Film sein Alter an. Aber er hat den Charme des Archivmaterials und die Schönheit des Antiquariats mit all der ihm innewohnenden Ruhe, die die Szenen ausstrahlen. Die Aktionen sind herrlich altmodisch. Man wartet auf das Happy End und das zieht sich. Romantik pur. Der Neu-Opa schwebt über allem und dirigiert die Personen. Er ist nun mal der ‘Chefe’. Wie in der guten alten Zeit.
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Do, 21.01.2016
TV | Marius
Die Marseille Trilogie (1)3 Sterne
Die Marseille Trilogie Marius (1) Fanny (2) César (3) Man sollte die drei Filme in der richtigen Reihenfolge gesehen haben. Drei Regisseure haben nach einander - zuletzt der Autor selber - Pagnols Werk verfilmt. Der erste Teil bildet die Ausgangssituation der Trilogie. Zwischen den Nachbarskindern Marius und Fanny besteht seit Kindertagen eine Sandkastenliebe. Doch Marius (Pierre Fresnay) will zur See fahren. Fanny (Orane Demazis) will ihn nicht an sich binden, obwohl sie mit ihm geschlafen hat. Marius wird Matrose und Fanny verzichtet auf ihn. Mit viel Empathie und Situationskomik wird die Welt der kleinen Leute im Hafenviertel von Marseille dargestellt. Sie übertreiben oftmals, schwindeln schlecht und streiten sich fast ununterbrochen. Bald kristallisiert sich der Vater von Marius César (Raimu) als zentrale Figur heraus. Er setzt auch darstellerische Zeichen, während Fanny mit ihrer Gestik noch aus der Stummfilmzeit zu stammen scheint. Sie seufzt ‘Marius!, sieht ihm nach und fällt in Ohnmacht. Man ist gespannt auf den 2. Teil. Die schwangere Fanny heiratet den viel älteren, wohlhabenden Panisse (Fernand Charpin). Briefe werden hin und her geschickt, Fanny hält Kontakt. Das Vater-Sohn Verhältnis wird ausführlich beleuchtet und die Stammgäste der Bar versuchen César aufzuheitern. Und immer ist ausgiebig Platz für Komik. Mal hält die Straßenbahn, wenn die Männer Boule spielen oder einer geht mit einem unsinkbaren Boot baden. Dann vertreiben sich die Kumpane die Zeit, indem sie einen Steinbrocken unter einer Melone verstecken. Jeder wird den Hut wie einen Fußball wegkicken... Interessant ist es zu verfolgen, wer ab wann weiß, wer der Vater des kleinen Césariot (André Fouche) ist. Diese Lösung wird für den dritten Teil aufgehoben. Der letzte Teil ist etwas langatmig geworden. Es ist die große Abrechnung. Alle kommen wieder zusammen. In langen Dialogen / Monologen wird die ganze Sache aufgeklärt. Die Kamera bleibt statisch fest montiert. Und das Spiel wird etwas pathetischer. Das Ausführlichkeitsprinzip kommt voll zum Tragen. Da merkt man dem Film sein Alter an. Aber er hat den Charme des Archivmaterials und die Schönheit des Antiquariats mit all der ihm innewohnenden Ruhe, die die Szenen ausstrahlen. Die Aktionen sind herrlich altmodisch. Man wartet auf das Happy End und das zieht sich. Romantik pur. Der Neu-Opa schwebt über allem und dirigiert die Personen. Er ist nun mal der ‘Chefe’. Wie in der guten alten Zeit.
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Mi, 20.01.2016
TV | Barcelona für ein Jahr
Ein Lehr- und Wanderjahr2 Sterne
En munterer, locker inszenierter Studentenspaß. Regisseur Klapisch hat themengerecht Schnellsprech eingebaut, Split Screen verwendet und während eines Dialoges das Bild mit Formularen zugekleistert, um den sinnlosen Bürokratismus zu karikieren oder mit einem roten Kreis auf die Hauptperson in einer Menschenmenge hingewiesen. Jeder, der schon mal etwas mit dem studentischen Austauschprogramm ’Erasmus’ zu tun gehabt hat, kann ein Lied davon singen. Hier darf der alte Rotterdamer Humanist auch schon mal als Fiktion auftreten. Der Franzose Xavier (Romain Duris) geht titelgemäß nach Spanien. Er wohnt erst einmal bei einem Landsmann. Bei dessen verklemmter Ehefrau Anne-Sophie (Judith Godrèche) macht er ungeahnte Erfahrungen in der Liebe, obwohl in Paris seine Freundin Martine (Audrey Tautou) auf ihn wartet. Dann übersiedelt er in eine WG mit sechs Europäern, eine kunterbunte Truppe. Besonders die lesbische Belgierin Isabelle (Cécile De France) erweist sich als erfolgreiche Lehrerin in Sachen Liebe. Meistens sind es die üblichen WG-Probleme wie ein Fach im Kühlschrank, das Putzen des Bades oder das Mithören eines Telefonates. Es geht flockig weiter: da taucht eine Mutter mit Kind auf oder es werden Nazi-Witze gerissen, was Empörung auslöst. Erst als Wendys (Kelly Reilley) Freund auftaucht zeigt sich, dass ein Gemeinschaftgefühl entstanden ist. Alle helfen mit, das zu vertuschen. Xavier fährt wieder heim und hat viel gelernt. Mehr in Sachen Liebe als in Sachen Studium. Das hat er inzwischen aber anscheinend abgeschlossen. Alles spielt sich auf der europäischen Ebene ab, auch die Verständigungsschwierigkeiten und die Pärchenbildung. Die Zeitgenossen der WG sind ganz nett und passend gecastet, die Handlung flockig leicht. Netter Zeitvertreib. Es darf auch mal was ohne Probleme sein.
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Mo, 18.01.2016
TV | Die Brücke am Kwai
Colonel Bogey Marsch als Palliativ4 Sterne
Die Titelmusik zu diesem Klassiker pfeifen seitdem die Spatzen förmlich von allen Dächern. Und wenn man den Film nach einigen Jahren wiedersieht, ist das wie ein Treffen mit ehemaligen Freunden. Zu tief hat sich die Figur von Colonel Nicholson (Alec Guinness) ins Gedächtnis eingegraben. Sein Gesicht und seine Haltung sind quasi ein Symbol für soldatische Zucht und Ordnung geworden. Sein stures Beharren auf internationalen Konventionen und sein ganz persönlicher Widerstand gegen eine unmenschliche Behandlung prägen diesen Film. Dabei kommt es erst zu einer Machtprobe mit psychologischem Taktieren mit Lagerkommandant Saito (Sessue Hayakawa) und später zu einer Demütigung der militärischen Sieger durch die überlegene britische Ingenieurskunst. Dabei sind es eigentlich zwei Filme: einer spielt im Kriegsgefangenenlager und der andere ist ein Himmelfahrtskommando zur Sprengung der Eisenbahnbrücke, die die britischen Gefangenen im Dschungel gebaut haben. Beide Handlungsstränge (auch zeitlich etwa gleich lang) treffen aufeinander und ergeben ein äußerst spannendes Finale. David Lean hat ein zeitloses Paradebeispiel für einen Spannungsaufbau geschaffen: die Gefangenen feiern lautstark, der nahende Zug kündigt durch sein Pfeifen sein Kommen an, die Sprengladung ist angebracht, Nicholson und Saito entdecken das Sprengkabel… Immer wieder werden retardierende Elemente eingebaut (Hitchcock hätte seine Freude daran gehabt). Die Zeit drängt, wird immer knapper. Und dann kommt ein völlig überraschender Schluss, der keine Sieger kennt. Major Clipton (James Donald) hat das letzte Wort ‘Wahnsinn‘. Der Krieg hat sich selbst zerstört. Selbst das Friedliche an ihm wird gnadenlos vernichtet. Der Colonel Bogey March vereint noch einmal alle. Zu Recht zählt der Film zu den 100 Besten aller Zeiten, trotz unterschiedlicher Rezeption.
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So, 17.01.2016
TV | Victoria, die junge Königin
V & A4 Sterne
Ein Kanadier, also auch noch ein Untertan ihrer Majestät im weitesten Sinne, hat ein durch und durch gelungenes Feel-Good-Movie über Königin Victoria (Emily Blunt, die Victoria überhaupt nicht ähnlich sieht) gedreht. Nur Elisabeth II. hat sie was Regierungsdauer angeht übertroffen. Und er hat sich die besten Jahre der jungen Frau rausgesucht. Beginn der Regentschaft, große Liebe und Hochzeit mit Albert bis zum ersten Nachwuchs. Alles Wissenswerte über V&A hat er in den Abspann gepackt. Das Drehbuch hat der große Julian Fellowes geschrieben, der uns schon mit Gosford Park, Downton Abbey und Vanity Fair erfreut hat. Fellowes verzaubert uns so geschickt, dass es Monarchisten warm ums Herz wird, die übrige Welt fühlt sich einfach wohl dabei. Es wechseln offizielle Anlässe und ganz private, Intime Ereignisse. V & A kommen sich erst durch Briefe näher. Er kann ihr ja keinen Antrag machen. Sie zeichnet ihn, er zeigt ihr wie man mit Pfeil und Bogen umgeht. Eine lange Promiriege hat ihre eindrucksvollen Auftritte vor einem atemberaubenden, stilechten Ambiente. Die kleinen Ungenauigkeiten kann man getrost vernachlässigen. Nur Kniebohrer würden sie ins Feld führen. Die allgemeine Richtung stimmt. Einblicke in historische Zusammenhänge stören keineswegs, sie runden nur das Gesamtbild ab. Für die damalige Zeit war eine Liebesheirat eher die Ausnahme. Das kommt hier ebenso rüber wie Alberts Fortschrittsgläubigkeit. Victoria sehen wir als eine offene, junge Frau, die ihren eigenen Kopf hat. Sie wird sich auch gegenüber ihren Eltern (Miranda Richardson und Mark Strong) behaupten. Eine vorgeschlagene Reise nach Schottland weist in die Zukunft und dokumentiert Alberts Einfluss auf die junge Vicky. Dramatisch wird’s in schneller Folge: Streit – Attentat – Versöhnung! Einfach schön und gut.

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Gut gemacht. Gute Schauspieler.Es ist ein schöner Zeitvertreib. Gern auch über Mediathek.

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