Mo, 26.10.2015TV | Ein Jahr in der HölleEin gefähliches JahrEin etwas angestaubter Politthriller der sanfteren Art mit einem erwarteten Happy End. Journalist Hamilton (Mel Gibson) recherchiert im Indonesien Sukarnos. Seine Info Quellen sind der ‘Zwerg‘ Billy (Linda Hunt) und die Botschaftsangestellte Jill (Segourney Weaver). Ein Militärputsch verschärft die Lage, Billy opponiert (Plakat: ‘Sukarno Feed Your People‘) und zahlt mit seinem Leben. Guy fliegt mit Jill ins Ausland, vorerst aber mal in den Siebten Himmel. Dünne Love Story vor abenteuerreifem Hintergrund. Anfangs liefert der Off Kommentar noch wertvolle Informationen. Das verliert sich dann im weiteren Verlauf.
Der Film kann heute kaum noch Wirkung erzielen, wenn man hier lediglich kurze Bilder von einer Demo, Massenerschießungen und im Hotel umherlaufenden Soldaten sieht. Auch der menschliche Aspekt verdampft unter dem aufgesetzten Zwang der Liebesgeschichte, die nach dem Motto ‘Nicht doch, - doch, - doch!‘… abläuft. Der deutsche Titel ist eine glatte Übertreibung. Original: ‘Das Jahr, in dem man gefährlich lebte‘. Hier ist es höchstens die Vorhölle und da soll es ja noch Annehmlichkeiten geben. Die beiden Hauptdarsteller standen noch ziemlich am Anfang ihrer großen Karriere. Solchen lauwarmen Sachen haben sie später nicht mehr gemacht. Und Peter Weir hat noch viele viel bessere Filme gedreht. | |
Mo, 26.10.2015Kino | A Perfect DayDer Seil, der Regen und der KriegMan sollte beim Anschauen des Films nie den Titel außer Acht lassen. Denn was wir hier sehen, ist alles andere als ein perfekter Tag. Sagte schon Katya zu den Männern ‘Ich bin nur noch bei euch, um zu sehen, ob euch heute noch etwas gelingt‘. Es ist eine Dokumentation über die Arbeit der NGOs auf dem Balkan während des Krieges (1995). Die sitzen zwischen allen Stühlen. Die Typen sind äußerst passend gecastet und ihre Rollen vom guten Drehbuch ins rechte Licht gerückt. Zwei Frauen und zwei Männer arbeiten teils zusammen, teils gegen einander. B (Tim Robbins) ist der Söldner, der sonst kein Zuhause hat und niemand wartet auf ihn (‘Von Nutten einmal abgesehen‘). Das Schlimmste für ihn wäre es, wenn die Mission abgeblasen werden würde. Das ist Katyas (Olga Kurylenko) Aufgabe. Ihr obliegt das Problem Management and dessen Analyse. Interessanterweise hatte sie früher einmal ein Verhältnis mit dem Leiter vor Ort Mambru (Benicio del Torro). Er ist der Realist im Team mit Teflon im Gemüt und als Abwehrmechanismus dient ihm die ironische Distanz. Nur so kann man hier überleben. Schauspielerisch braucht er sich nicht zu verausgaben. Ruhig und eindrucksvoll durchschaut er die jeweilige Situation. Egal ob bei einer Grenzkontrolle oder den Dorfbewohnern. Seine Assistentin Sophie (Melanie Thierry) ist die Idealistin. Sie muss noch viel lernen.
Im Grunde geht es um die Beschaffung eines Seils, weil man eine Leiche aus einem Brunnen ziehen will, um eine Epidemie zu verhindern. Daneben gibt es noch kleine interpretatorisch verwertbare Episoden wie der Besitz eines Fußballes, der Wert des Geldes oder Kriegswaisen. Alles spielt sich vor einer eindrucksvollen Kulisse von zerbombten Häusern ab. Das wird optisch nur noch gesteigert durch den Regen. Der kommt am Ende. Und dann schließt sich hier der Themenkreis mit dem Anfang: Überschwemmung wegen des Dauerregens löst das Problem mit der Leiche im Brunnen. Ironisch eben. Nicht gleich erkennbar und wenn doch nicht jedermanns Sache. | |
Mo, 26.10.2015TV | One Week - Das Abenteuer seines LebensDer suchende BennDas Beste an diesem Film ist der Sound Track. Man muss kein Ende-Schluss Ausgang-Fetischist sein, um sich hier daran zu stoßen, dass es kein wirkliches Ende gibt. Ben (Joshua Jackson), ein junger Mann, der Krebs im Endstadium hat, will noch mal was erleben. Er verlässt Freundin Samantha und Eltern und braust mit seinem Motorrad durch Kanada. Nicht gerade neu diese Idee. Viel passiert auch nicht, außer dass man viel kanadische Landschaft sieht und jede Menge Selfies. In Rückblenden wird etwas aus Bens Leben erzählt. Dann Lagerfeuerromantik, zu zweit im Schlafsack, eine Farmerin repariert sein Bike. Zwei im Ansatz ersthafte Gespräche gibt es mit Sam (Liane Balaban). Die gehen aber aus wie das Hornberger Schießen. Daneben noch etwas Lebensphilosophie: ‘Es ist nur ein Wimpernschlag von der Windel bis zum Pflegefall‘. Und quasi als Entschuldigung im Abspann ein Zitat ‘Streben, suchen, finden, aber nie aufgeben.‘ Das hat der alte Johann Wolfgang aus Frankfurt doch schon gesagt ‘Wer immer strebend sich bemüht…‘ Na ja, gestrebt hat der Ben ja vielleicht, aber er hatte keinen Plan. Was er gesucht hat, weiß der Himmel und ob er was gefunden hat wissen wir nicht. Da war leider Schluss. Und Aufgegeben hat er am Ende dann doch noch.
Also keine ‘Bucket List‘ sondern nur ein Bucket voll Mist oder mit dem Motorrad durch Kanada. Außer Jackson standen nur Laiendarsteller vor der Kamera und die sind nicht Schuld an der langweiligen Konzeption des Films, der sich als Feature Film anmeldet und als Doku endet. | |
Sa, 24.10.2015TV | DiabolischDrei FrauenIm Grunde ist das Remake von ‘Die Teuflischen‘ gar nicht mal so schlecht, aber an das Original kommt es nicht annähernd heran. Dieser Film bleibt an der Oberfläche und verwechselt Spannung mit Horror. Hier fehlt nicht nur die gequälte Seele der etwas schwächlichen Christine, deren Part hier Isabelle Adjani (Mia) übernommen hat, sondern auch die hohe Kinokunst der s/w Aufnahmen, die Spannung pur verbreiten. Auch die etwas andere Kommissarin (Kathy Bates) bleibt hier eher lustlos und wenig überzeugend, gemessen an der freundlichen Ironie des alten Mannes (Charles Vanel), der uns und die beiden Mädels im Original mit seinem Scharfsinn überzeugte. Auch die angedeutete Erpressung bleibt ein Strohfeuer ähnlich wie die Wiederkehr des Ermordeten Guy. Das hat man inzwischen schon zu oft gesehen. Chazz Palminteri versucht seine basedowschen Augen mal dramaturgisch einsetzen. Dass Mias Mitmörderin Nicole (Sharon Stone) auch mit ihm geschlafen hat, trägt ebenfalls nicht zur Erhöhung der Spannung bei. Es fehlt die Atmosphäre. Man wird ständig vor vollendete Tatsachen gestellt und muss so der Handlung gedanklich hinterhertappen.
Lieber die ‘Teuflischen‘ anschauen, die sind diabolischer, aber auch menschlich verständlicher. | |
Fr, 23.10.2015Kino | Picknick mit BärenMission ImpossibleEin netter Oldies Film oder wie man heute auf Neusprech sagen würde durch und durch ‘ein Feel-Good-Movie‘. Das liegt hauptsächlich an den beiden Hauptdarstellern, die mehr oder weniger sich selbst spielen. Robert Redford gibt den eher etwas Intellektuellen Reiseschriftsteller Bill Bryson und Nick Nolte spielt dessen alten Freund aus Jugendtagen Stephen Katz. Der hatte mal ein Alkoholproblem und schnauft wie eine alte Dampflok. Eigentlich nicht gerade der geborene Wandervogel. Er ist es aber, der für die nötige Portion Komik auf dem Trail sorgt. Bills besorgte Ehefrau Emma Thompson bringt überraschenderweise Emotionen mit ins Spiel, wenn sie sich von Bill verabschiedet. Nur ganz kurz aber gut. Ständig versichert Bill, dass er über diesen ‘Walk‘ kein Buch schreiben wird. Er hat auch so alle Hände voll zu tun, wenn er z.B. Stephen, aus der Patsche helfen muss, der sich gerade im Waschsalon als ausgewiesener ‘Schlüpferologe‘ (Klasse Übersetzung!) bei einer äußerst korpulenten Madame (Susan McPhail) eingeschleimt hat. Als Nervensäge der Perfektion agiert Kristen Schaal, vor der sie dann auf der Flucht sind, was ihnen vorübergehend Flügel verleiht. Auch der Kurzauftritt von Mary Steenburgen als nette Hotelbesitzerin setzt nur ein kurzes Funkeln frei. Vielleicht einen Seufzer. Ach ja!?
Es wird hier nicht übertrieben, die beiden Oldies scheitern ganz natürlich an der eigenen Überforderung. Nachvollziehbar und belohnt mit dem Humor des Alters. Natürlich darf der Auftritt der ‘Bären‘, wie im deutschen Titel angekündigt, nicht fehlen. Man genießt das Zuschauen, denn man braucht sich ja nicht selber quälen.
Am Ende sitzt Bill vor seinem Rechner zu Hause und tippt einen Titel ein: PICKNICK MIT BÄREN. (Im Original hat er natürlich A WALK IN THE WOODS getippt.) | |
Do, 22.10.2015TV | Stein der GeduldEin muslimisches FrauenschicksalDer lyrische Titel ist ein erster Hinweis zur Deutung des Films. Ein Frauendrama aus dem vom Krieg heimgesuchten Afghanistans. Eine junge Frau () legt am Krankenbett ihres viel älteren Ehemanns, der im Koma liegt, eine Lebensbeichte ab. Allein schon die Tatsache, dass sie redet, ist schon revolutionär. Normalerweise schweigen die Frauen hier. Zwischendurch rollen Panzer vorbei, MG Salven sind zu hören, das Ergebnis eines Massakers im Hof. Die Taliban vergewaltigen die Mutter von zwei Kindern. Beim nächsten Mal gibt sie sich als Hure aus und wird verschont. Wir erfahren auch warum. Dann wird ein stotternder, junger Taliban ihr Stammfreier. Jetzt hat sie Geld. Und immer wieder beichtet sie ihrem komatösen Ehemann ihre intimsten Geheimnisse z.B. aus ihrer Kindheit. Ihre Geständnisse werden immer intimer: z.B. das Blut als Beweis ihrer Unschuld nach der Hochzeitsnacht oder woher die beiden Töchter sind.
Der Ehemann (Hamidreza Javdan) erwacht und sie erzählt weiter, glaubt sich auf der sicheren Seite. Er muss sie umbringen, sie trägt immer einen Dolch bei sich. Letztes Bild: sie schaut in die Kamera, eine Träne kullert aus dem Augenwinkel…Der stotternde Soldat findet die beiden.
Jetzt darf spekuliert werden: Notwehr? Missglückter Tötungsversuch? Droht ihr die Steinigung? Regisseur Rahimi geht es wohl weniger um eine Lösung als um die Darstellung der tragischen Problematik. Das ist ihm hervorragend gelungen, vor allem durch den packenden Off-Kommentar.
Mit erstaunlich viel Mut zur Freizügigkeit ist ein eindrucksvoller Film entstanden mit einer grandiosen Golshifteh Farahani in der Hauptrolle. | |
Mi, 21.10.2015TV | Eine politische LiebesaffäreDas reine Vergnügen?!Diese Liebesaffäre hat vor allem in Frankreich hohe Wellen geschlagen. Drum musste wohl auch Regisseur Girod im Abspann betonen, dass ‘diese Geschichte frei erfunden sei und jede Ähnlichkeit etc.…‘ Trotz alledem, jeder weiß, um wen es sich handelt.
Die Brisanz des Themas ist allein schon Garant für den Erfolg sowie die Hauptdarsteller allen voran Catherine Deneuve als Claire. Ihr und ihrem Gegenüber dem Staatspräsidenten (Jean-Louis Trintignant) ist es zu danken, dass aus der Affäre weder Kitsch noch Herz-Schmerz wurde. Und auch Innenminister (Michel Serrault) rundet das Bild von den Mechanismen der Macht ab. Wenn Claire und der Präsident gemeinsam auf dem Sofa sitzen oder für ganz kurze Zeit auf Familie machen dürfen, spürt man förmlich, dass da mal etwas zwischen ihnen war, jetzt ist da Distanz. Und die menschliche Seite des Dramas wird weiterhin betont, wenn die Präsidentengattin (Claude Winter) verdeutlicht, wie sie gedemütigt wurde und dennoch bis zum Ende der Amtszeit loyal bleibt. Ebenfalls interessant ist wie der Staat zurückschlägt. Diese Nebenhandlungen als Hintergrund sorgen zusätzlich für Spannung, wie z.B. der Handtaschendieb Pierre (Hippolyte Girardot) sowie der Journalist Herbert (Michel Auclair). Der Tod der beiden bringt sogar noch einen tragischen Touch mit hinein. Keine filmische Offenbarung, aber recht interessant. | |
Sa, 12.07.2025 von antoniawarda
richtig schlechte Sendung, man kann nicht wirklich mitraten, weil die Aufgaben für den Zuschauer ...
Sa, 14.06.2025 von Rozenbaum
Gute Themen, aber warum müssen alle Gästinnen grell überschminkt sein . Zu viel BotOx, zu viel ...
Fr, 30.05.2025 von Coa60
Die Sterne sind für die satirische Kritik am Hebammengesetz. Ansonsten fand ich die Sendung nur ...
Sa, 17.05.2025 von Kunstart.net
1. Klone haben (Kindheits-)Erinnerungen implantiert, damit sie nichts hinterfragen, nicht davon ...
Sa, 19.04.2025 von frge
Gut gemacht. Gute Schauspieler.Es ist ein schöner Zeitvertreib. Gern auch über Mediathek.