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Mi, 21.10.2015
TV | Buffalo '66
Ein Wunder2 Sterne
Vincent Gallo hat nicht nur das Drehbuch und die Musik geschrieben, Regie geführt und auch noch die Hauptrolle als Billy Brown übernommen. Er hat sich mit seinem Projekt auch zweifellos verhoben. Dabei hat er sich prominente Unterstützer geholt. Ben Gazzara und Anjelika Huston als seine durchgeknallten, herzlosen Eltern (wegen der schweren Kindheit), Mickey Rourke als windiger Buchmacher und Rosanna Arquette als ehemalige Schulfreundin. Aber schauspielerisch dominant an seiner Seite Layla (Christina Ricci). Sie folgt Billy hündisch fügsam und erträgt alle Brüskierungen und Zurückweisungen. Vor seinen Eltern mimt die Gekidnappte sogar seine Ehefrau (die auch noch schwanger sein soll), während der Antiheld immer unsympathischer und verklemmter daherkommt. Auf allen Menschen in seiner Umgebung trampelt er herum. Mord und Selbstmord führt er nur in Gedanken aus und dann ist er plötzlich wieder lieb und alles wird gut. Das kann man sich alles mehr oder weniger teilnahmslos anschauen, nachvollziehen kann man diesen Fatima-Effekt nicht. Nur weil Layla am Ende zu ihm gesagt hatte ‘Du bist der allerhübscheste und süßeste Typ auf der Welt. Ich liebe dich!‘, ist er wie umgekrempelt. Ein freundlicher, junger Mann wie befreit und gelöst. Ein Wunder!? Heh, wie das denn? Ein paar interessante Einstellungen gibt es neben dem Split Screen wie z.B. die Dreierkonstellation am Tisch im Elternhaus. Da nimmt die Kamera die Position des Vierten ein. Aber sonst? Dazu fällt mir nur der alte Sponti Spruch ein ‘Die Geduld der Frauen ist die Macht der Männer‘. K.V.
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Di, 20.10.2015
TV | Zeit der Unschuld
Perfektion in Vollendung5 Sterne
Da hat sich Martin Scorsese selbst übertroffen. Ein Super-Edel-Klassiker der Filmgeschichte über den man nur in Superlativen reden kann, wirkt wie aus der Zeit gefallen. Das Reizvolle daran ist wohl der Purismus der Liebe ohne Sex, eine Leidenschaft ohne Erfüllung. • Technisch eine Umsetzung von Michael Ballhaus in Bilder, die wie Gemälde wirken. Im Vorübergehen streift die Kamera schon mal an einem Turner vorbei. Es gibt Lupeneinstellungen, Vorhänge, Ausblenden in rot, gelb und weiß. • Inhaltlich bietet der Film eine Handlung, die sowohl ein Gesellschaftsbild des ausgehenden 20. Jahrhunderts enthält, als auch eine zeitlose Liebesgeschichte (Michelle Pfeiffer und Daniel Day-Lewis). Und ein ganz besonderes Happy End, das keins ist. Nur ein Funkeln im Fenster wie ein Stern. Schöner geht’s nicht. • Schauspielerisch ist eine hervorragende Crew bis in die kleinste Nebenrolle am Start. Besonders die drei Protagonisten sind unglaublich gut und hier wiederum tun sich Pfeiffer und Day-Lewis besonders hervor. Sie schaffen es, dass das Publikum den Schmerz seines Verzichtes nachvollziehen kann und den Vorrang der Konvention mit ihm durchleidet. • Drehbuch, geschliffene Dialoge und ein hochwertiger Off Kommentar ergänzen in subtiler Sensibilität die Arbeit der Kamera. • Ausstattung äußerst pompös ja opulent und trotz vieler Details nicht aufdringlich. Scorsese ist ein Film gelungen, der sentimentale Seiten hat ohne Schmalz, gefühlvolle ohne Kitsch. Da passt auch ein Enya-Song (‘Marble Halls‘). Wie in den Hitchcock-Filmen hat Scorsese einen herrlich fast unerkannten Auftritt als Fotograf. Einer der besten Filme aller Zeiten.
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Mo, 19.10.2015
TV | Zwielicht
Urangst3 Sterne
Einer der tausend gefühlten Gerichtsthriller, der allerdings überraschende Wendungen bietet und am Ende sogar nur Verlierer sieht. Regisseur Hoblit interpretiert das Missbraucht Werden von kleinen Jungs als Urangst des Menschen (Originaltitel). Der Staranwalt Vail (Richard Gere) gewinnt zwar seinen Fall, aber sein Klient Aaron (Edward Norton) hat dem Gericht seine Schizophrenie nur vorgegaukelt und selbst Vail ist drauf reingefallen. Bei Geisteskrankheit ist Aaron bald wieder auf freiem Fuß. Staatsanwältin Venable (Laura Liney), eine frühere Geliebte von Vail verliert diesen Fall und ihren Job und war geschickt von ihm benutzt worden. Ein Porno Video vom ermordeten Erzbischof bringt Leben in den Gerichtssaal und alle in Bedrängnis – nur nicht den Mörder. Leidlich spannend dank Edward Norton, der den schizophrenen Aaron+Roy überzeugend darstellt (Mimik, Sprache und Gesten). Das menschliche Drama zwischen Vail und Venable ist ebenso gelungen. Wie sie der finalen Umarmung des Womanizers widersteht, ist schon gekonnt gemacht. Und natürlich spielt auch die Mafia vertreten durch Joey Pinero (Steven Bauer) am Rande eine Rolle. Der führt Vail durch sein Revier: ‘Da drüben hab ich meine erste Freundin geküsst – und geschwängert‘. Vail ‘Schöner Kuss‘. Auf die Frage warum er damals vom Staat weggegangen ist, antwortet er ‘Warum Schiedsrichter sein, wenn man selber spielen kann‘. Am Ende sind alle allein und bewegen sich weiterhin in diesem zwielichtigen Halbdunkel ihres Lebens, zwischen Wohltaten und Übeltaten, zwischen Aufstieg und Fall. Professionell runtergekurbelt dient der Film der Unterhaltung.
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So, 18.10.2015
TV | Horsemen
Die Apokalyptischen3 Sterne
Die vier apokalyptischen Reiter haben immer wieder Krimiautoren inspiriert ihre Mordserien daran ‘aufzuhängen‘. Jonas Akerlund hat wieder so einen Film gemacht, in dem Detektiv Breslin (Dennis Quaid) ermittelt. Das ist spannend gemacht mit Folterszenen die die Grenze des Erträglichen übersteigen. Erster Erfolg aus der Killergemeinde bringt die adoptierte Stieftochter Kristin (Zhang Ziyi) ins Gefängnis. Sie spielt ihre totbringende Rolle mit schlangenartigem Sadismus. Auch der zweite ‘Reiter‘ enthüllt ein bisschen mehr und erhöht die Spannung. Hier wechseln Täter (Patrick Fugit) und Opfer (Eric Balfour) mal kurz die Rollen. Dann gerät die Anzahl der Killer bzw. der Morde etwas unübersichtlich und auch der Effekt des Ultimativen von allen wieder durch ‘Suspension‘ hat sich mittlerweile etwas abgenutzt. Und wie so oft, macht man es sich besonders leicht, wenn man einfach den Unmöglichsten aller möglichen Täter aus dem Hut zaubert. Das ist zwar legitim, wird aber hier ebenso wie die Foltermorde in einer unerträglichen Art und Weise gehandelt. Vater und Sohn Alex (Lou Taylor Pucci) liegen sich weinend und blutend in den Armen. Nach der so toll aufgebauten Spannung, so ein fader Schluss, wobei ganz vergessen wird nachzureichen, dass es ja wohl auch noch für Alex Konsequenzen geben wird. Das versinkt in der überbordenden Vaterliebe. Schade.
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Sa, 17.10.2015
TV | Nebraska Jim
Der einsame Jim2 Sterne
Western aus den 60er Jahren von der Stange. Wenn man die für das Genre üblichen Zutaten aus den üblichen Töpfen nehmen würde, kommen viele Päckchen zusammen und hinterlassen keinen bleibenden Eindruck, weil nichts Neues dabei ist. Alles verläuft recht gradlinig. Alter Farmer Hillmann (Alfonso Rojas) hat in seiner Jugend ein krummes Ding gedreht und sucht jetzt einen Mann mit schnellem Colt (Titelheld Ken Clark), um seine Beute zu verteidigen. Nebraska Jim spielt Schach und trinkt Milch. Zwischen beiden Männern steht Hillmanns Ehefrau Kay (Yvonne Bastien), die sich natürlich gleich in Jim verliebt. Auch der Gangster Carter (Piero Lulli) ist hinter dem Geld her. Die Stunts der Prügeleien ähneln Schaukämpfen (Fast ausschließlich Kinnhaken und die Jungs werden beim Fallen immer vom Mobiliar abgefedert). Die Dialoge sind bisweilen sogar etwas ironisch (z.B. Sterben: ‘Übern Jordan gehen‘). Und nachdem sich Kay und Jim geküsst haben, duzen sie sich. Man weiß Bescheid. Eine Überraschung liegt am Ende unter dem Leichentuch von Mr Hillmann. Ordnungsgemäß übergibt Jim dem Sherriff alles: Beute und Leichen und reitet davon. Nix wird’s mit Kay. Der Soundtrack ist mit Trompete und gepfiffener Melodie ein typisches Merkmal des Italo-Westerns und bildet einen akustischen Rahmen.
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Sa, 17.10.2015
TV | Meine erfundene Frau
'Mach halt mit!'2 Sterne
Die guten Darsteller überzeugen und lassen den oberflächlichen, vorhersehbaren Plot weitgehend vergessen. Neben dem omnipräsenten Hollywood Comedian Adam Sadler als Danny glänzt auch Katherine (Jennifer Aniston). Beiden gelingt durch gelegentliche ‘Funkenspringer‘ die Handlung vor dem totalen Abrutschen in den Klamauk zu verhindern. Dafür sorgen Devlin (Nicole Kidman) und Eddie (Nick Swarson). Sie spielt die völlig überdrehte Schicki-micki Mietze und er ist in der deutschen Fassung mit Austria-Sprech unterwegs. Da kommt ein Hauch von Sozialsatire auf. Neben dem Knistern zwischen Katherine und Danny sind noch zwei Szenen erwähnenswert: der hüftenschwingende Hula Tanz als Konkurrenzunternehmen zwischen Katherine und Devlin (der nicht ganz an die Szene ran reicht, als in ‘Viva Maria‘ Brigitte Bardot und Jeanne Moreau den Striptease erfunden haben.), sowie der Tanz mit der Kokosnuss zwischen den beiden Paaren. Ein echter Party Gag. Auch die Grundidee: Ehering als erfolgreiche Anmache ist ebenso witzig wie der Originaltitel, der eigentlich ja ausdrücken will ‘Was soll’s?‘ d.h. ist ohne Bedeutung. Man kann sich das erweiterte Familienunternehmen mit Ehefrauen und Freunden durchaus antun (die Akteure kennen sich privat seit Jahren), wenn man keinerlei Ansprüche ans Niveau hat und als optischer Genießer von Dannys möglicherwiese zukünftiger Schönen Palmer (Brooklyn Decker), wegen der der ganze Zirkus veranstaltet wird, lediglich etwas Downchillen will.
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Fr, 16.10.2015
TV | Omar
Liebe gegen Politik4 Sterne
Im immerwährenden Kampf der Palästinenser gegen die Israelis hat hier der arabische Regisseur Hany Abu-Assad einen Film gemacht, in dem die Besatzer einen Keil mitten durch eine palästinensische Familie treiben. Eine unschuldig zarte Liebesgeschichte zwischen Omar (Adam Bakri) und Nadia (Leem Lubany) wird von einem politischen Problem überfrachtet, als Omar gefangen, gefoltert und zum Spion umgepolt wird. Er rettet vorerst sein Leben, indem er den Israelis das seines Freundes Tarek (Eyad Hourani) anbietet. Dessen Tod lastet schwer auf Omar, denn er war Nadias Bruder. Omar wird als Kollaborateur diskriminiert und so heiratet Nadia den dritten im Bunde Amjad (Samer Bisharat). An dessen Händen klebt aber auch Blut. In dieser komplexen Tragödie türmen sich die politischen Probleme ebenso auf wie die menschlichen. Es geht um Familienehre, große Liebe, wobei Frauen in der Opferrolle sind. Aber auch um Verrat bzw. Loyalität. Die Liebe wird verdrängt durch Misstrauen und Unwahrheiten. Der Kontrast zwischen einer unschuldigen Liebe und der knallharten politischen Auseinandersetzung bringt die Spannung, weil beide Bereiche durch menschliche Komponenten verstärkt werden. Selbst der Folterknecht Rami hat familiäre Probleme mit seiner Mutter am Telefon. Symbolisch und auch spektakulär Omar Kletterei über die Mauer zwischen Palästinensern und Israelis. So ist ein vor allem menschlich überzeugender Film entstanden, mit vielen Problemen und einem Ende, das nur belegt, dass es immer so weiter gehen wird: unmenschlich und gnadenlos. Eine Lösung ist nicht in Sicht. Nur die Preisverleiher stehen zu Recht Schlange.
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Do, 15.10.2015
TV | Jenseits der Träume
Mörder im Kopf3 Sterne
Das beliebte Filmtitel-Wörtchen ‘Jenseits‘ hat es auch hier geschafft. Denn damit kann man so wunderbar alle dubiosen oder mysteriösen Phänomene mit Inhalt füllen. Und da Neil Jordan sich gern in diesen Gefilden aufhält und gerne einen Schuss Märchenhaftes (rote Äpfel, rotes Kleid) dazugibt, kam ihm das Drehbuch von Bruce Robinson gerade recht. Titelfigur Claire (großartig Annette Bening) wird von schockierenden Albträumen und Visionen heimgesucht. Ihre Tochter ist verschwunden. Wie dann ihre Horrorvisionen mit der Realität verknüpft werden, ist ganz interessant und auch spannend gemacht. Ehemann Paul (Aidan Quinn) ist um Schadensbegrenzung bemüht. Kann aber Claires Einlieferung nicht verhindern. Da ist der Psychologe Dr. Silverman (Stephen Rea) schon einen Schritt weiter. Lange laufen ihr Wahn und der des echten Psychopaten Vivian (Robert Downey Jr.) parallel neben einander her. Und man rechnet damit, dass Claire Vivian ist oder umgekehrt. Und als sie sich begegnen und bekämpfen, wird’s richtig spannend. Beide stürzen wie 007 in ‘Skyfall‘ in einen abgrundtiefen Wasserfall. Claires Schicksal bleibt etwas vage, Paul taucht erst gar nicht mehr auf und Vivian sitzt verurteilt in der Zelle und hat nun Claires Albträume. Woher sie die hatte oder wie sie in ihren Kopf gelangt sind, erfahren wir nicht. Bis auf den einzigen Hinweis auf Vivians lieblose Kindheit mit einer abweisend kalten und strengen Mutter. So müssen sie wohl auch in Claires Kopf gekommen sein. Spannend bis zum Schluss, wenn auch letztendlich etwas unklar. Mystery würde ich sagen, ohne Gothic.
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Mi, 14.10.2015
TV | Balzac - Ein Leben voller Leidenschaft (2/2)
Schreiben und Lieben3 Sterne
Eines der Poster des Films gibt einen unzweifelhaften Hinweis auf den Inhalt. Josée Dayan, die auf große historische bzw. literarische Figuren programmiert ist, hat sich hier mit einem Zweiteiler recht kurz gefasst. Nicht nur die tatsächliche Körperfülle der Titelfigur (Gérard Depardieu) macht Balzac hier zu einem Giganten, sondern sein immer noch beachtliches schauspielerisches Talent. Zwei Mängel fallen jedoch sofort auf: man hört oder sieht fast nichts von dem, was ihn berühmt gemacht hat: sein Oeuvre, und zum zweiten fehlt jeglicher Hinweis auf seine politische Einstellung. Z.B. Sein europaweit beachteter Einsatz für Jean Jaurès (‘J’accuse!‘). Viel mehr Wert wird auf die Darstellung seines Liebeslebens gelegt: von der Mutter (Jeanne Moreau) zeitlebens abgewiesen und quasi erst auf dem Krankenlager mit ihr versöhnt, pendelt Balzac, der Womanizer, wenn er nicht schreibt, zwischen Frauen hin und her. Eine ältere Geliebte als Dauerbrenner (Virna Lisi). Sie bringt sogar etwas Melodramatik ins Spiel, auch wenn sie so liberal tut. Katja Riemanns Intermezzo hinterlässt keine tiefen Spuren. Dann kommt Eva, Fanny Ardant, die Lebensabschlussgefährtin und am Ende sogar Ehefrau. Sie erhält den Rasierklingen Part. Ausstattung und Dialoge sind von hoher Qualität neben Dayans Markenzeichen: die immer wiederkehrenden Kutschfahrten. So geht sein Leben in die etwas ruhigere, ernstere, aber auch langweiligere Endphase. Er hat es verbracht zwischen Lust und Schulden, zwischen Frauen und Kommerz. Unterhaltsam.
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Mi, 14.10.2015
Kino | Den Menschen so fern
Nah am Menschen4 Sterne
Dieser streckenweise sehr leise Film bringt wie zur Aufmunterung immer wieder die wunderschöne algerische Landschaft ins Bild. Dazu ist inhaltlich eine ganze Menge drin. Alles steht und fällt mit der Titelfigur Daru (Viggo Mortensen). Er kann, was nicht viele überzeugend rüberbringen: einerseits den knallharten Kerl und andererseits ein liebenswerter Mensch, dem schon mal eine Träne über die Wange laufen kann. Hier braucht er beides. Zunächst ist es ein Roadmovie: Daru soll den Gefangenen Mohammed (Reda Kateb) zum Gericht bringen. Das lehnt er eigentlich ab, denn es wäre dessen sicherer Tod. Dann wird es ein Kriegs- und Abenteuerfilm. Beide Männer geraten zwischen die Fronten von Rebellen und Armee. Die offiziellen Truppen verüben Kriegsverbrechen. Daru war mal Major. Schließlich wird es ein Coming-Off-Age Film, wenn Mohamed seine Unschuld verliert. Soweit geht es recht munter zu. Es wird anscheinend ein guter Film. Die Vorlage von Albert Camus ‘Der Gast‘ betont vor allem die Freiheit und die Verantwortung des Einzelnen und aus seiner eigenen Erfahrung wird auch die rassische Herkunft erwähnt. Daru und seine Leute waren für die Franzosen Araber und für die Araber Franzosen. Hier überspannt die gesamte Handlung ein philosophischer Bogen mit der Aufforderung: ‘Du bist lebendig, lebe also!‘ Daru, der auch gegen den Analphabetismus im Lande ankämpfte, und Bildung mit Nahrung verband, muss erkennen, dass er untertauchen muss. Ein friedfertiger Schluss. Und der Titel hinterlässt Fragen…, was bei einem Film ja nicht das Schlechteste ist.

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Gut gemacht. Gute Schauspieler.Es ist ein schöner Zeitvertreib. Gern auch über Mediathek.

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