Sa, 12.09.2015TV | Tanta Agua - Nichts als RegenNichts als LangeweileGeschiedener Vater Alberto (Nestor Guzzini) macht mit seinen ihm fast fremd gewordenen beiden Kindern Lucia und Federico Urlaub: es regnet ununterbrochen, der Pool ist geschlossen, kein TV im Haus. Warum tun sich das alle Beteiligten an? Es geht allen dreien äußerst schlecht dabei. Vielleicht will der Vater einfach mal die Kinder sehen? Hat er ein schlechtes Gewissen und will verlorenes Terrain wiedergutmachen? Er bemüht sich wenigstens im Rahmen seiner begrenzten Möglichkeiten. Die Kids sind übel gelaunt und langweilen sich. Genauso ergeht es den Zuschauern. Die sind zwar schon erwachsen, müssen aber mit ansehen wie Lucia (Malú Chouza) hier diesen sogenannten schmerzlichen Prozess des Erwachsenwerdens, den man eigentlich nicht sehen kann, durchmacht. Man fragt sich ständig ‘Geht’s noch?‘ Es passiert eigentlich so gut wie nichts und am Ende ist einfach Schluss. Ein nichts sagender Discobesuch oder eine Fahrt mit dem Moped. Dabei ist der Film gar nicht mal realitätsfremd. Mancher weiß aus eigener Erfahrung, dass man den Kids heute schon ein Mega Event bieten muss. Sonst maulen sie nur rum. Selber haben die keine Ideen. Vielleicht noch im Alter vom kleinen Federico (Joaquin Castiglioni), der mit einem Nachbarsjungen Kröten fängt. (Eine Szene!) Soll man sich das denn als Film antun? Weniger!
Insgesamt gehen sich die Akteure auf die Nerven. Ebenso ergeht es den Zuschauern.
Vertane Zeit! K.V. | |
Fr, 11.09.2015TV | Das ReismädchenDrama um ElenaNur das Ambiente erinnert an den ‘Bitteren Reis‘: die Po Ebene. Ansonsten hat diese mit Recht selten gezeigte Schmonzette wenig bis nichts mit diesem großartigen Film gemeinsam. Mitte der 50er Jahre hat man wohl öfters so etwas auch bei uns in den Bergen gedreht. Der reiche Gutsbesitzer Pietro (Folco Lulli) hatte in seiner Jugend Mutter und uneheliche Tochter verlassen, die jetzt auf seinen Reisfeldern arbeitet. Ein Guter (Rik Battaglia) und ein Böser (Michel Auclair) geraten wegen der schönen Elena (Elsa Martinelli) aneinander. Der Zuschauer weiß mehr als die Akteure, was die Handlung vorantreibt wie einen Würfel in nassem Sägemehl. Aus heutiger Sicht ist die Handlung etwas ausgelutscht, die Darsteller agieren hölzern und die Dialoge sind platt und glatt. Der finale Boxkampf mit tödlichem Ausgang wirkt doch eher wie sanftes Geschubse. Was das Ganze aber sehr gewöhnungsbedürftig macht, sind die umherwabernden Chorgesänge, die wie Wattebäuschchen über der Handlung schweben. Auch wenn Regisseur Matarazzo versucht, durch eine Schlammschlacht im Reisfeld, eine Kissenschlacht im Schlafsaal oder eine brennende Baracke, etwas Pep hineinzubringen, kann er nicht die antiquarische Qualität des Films verdecken. Und wenn der neu entdeckte Vater sich für den zukünftigen Schwiegersohn opfert und einen Mord gesteht, den er nicht begangen hat, ist das immer noch kein großes Kino, eher Kintop. Sollte wohl eher im Archiv bleiben. K.V. | |
Fr, 11.09.2015Kino | The Tall Man OVDer unbekannte große MannSpannend ist dieser Thriller allemal. Und Julia (Jessica Biel) geht sowohl an ihre physischen als auch psychischen Grenzen. Äußerlich geschunden und innerlich zerbrochen. Die Spannung kommt von der durchgängigen düsteren Atmosphäre in abgeschiedener Waldlandschaft. Es ist vornehmlich ein Mädelsfilm, ungewöhnlich kalt und in permanentem Halbdunkel. Hier foltern auch schon mal Frauen. Der Hauptteil bleibt bewusst vage und durch Jennys (Jodelle Ferland) Off Kommentar lässt besonders der seltsam offene Schluss viele Interpretationen zu. So ganz Genaues weiß man nicht. Julia bleibt die Psychopatin, die tatsächlich die Kinder verschwinden lassen könnte. Ihr verschwundener Gatte ist der ‘Große Mann‘ (Originaltitel), dem sie sie zugeführt hat. Jetzt kommt Kinderhandel ins Spiel, aber auch die Möglichkeit der Runaways wird angedeutet. Mord bleibt außen vor. Jessica Biels Mimik bleibt der Schlüssel. Sie leidet sprachlos unter ihrer Vergangenheit.
Spannend mit ungeklärten Tiefen. | |
Do, 10.09.2015TV | Laura wirbelt Staub aufDie PutzeBereits der deutsche Titel verheißt nichts Gutes, denn diese Laura wirbelt nichts auf. Weder Staub noch sonst was. Geschiedener Mann Jacques (Jean-Pierre Bacri) im besten Alter stellt junge Putze (Emilie Dequenne) ein. Na klar denkt sich jeder, nicht nur zum Putzen. Und so ist es auch. Aber bis es endlich so weit ist vergeht viel spannungslose Zeit. Vorhersehbar, langweilig und ohne jeden Esprit.. Weder Lauras Mutter noch eine Freundin von Jacques können etwas Schwung in diese trübe Romanze bringen. Und selbst als sich Laura einen altersgemäßen Lover sucht, reagiert Jacques wie kalter Kaffee. Dafür gibt es jede Menge Klischees, aber keinen Höhepunkt, nicht einmal ein richtige Ende. Also alles Murks.
Dabei hat Claude Berri doch so wunderbare Filme wie GERMINAL oder URANUS gemacht. Hier hält er seine Hand in lauwarmes Wasser. Dabei schläft es sich gut ein, falls man vor lauter Ärger überhaupt schlafen kann. | |
Mo, 31.08.2015TV | Casablanca"Ich schau dir in die Augen, Kleines!"Ein Grund, warum der Film ein Klassiker ist, liegt wohl daran, dass ihn fast jeder bereits (mehrfach) gesehen hat. Er ist inzwischen zu einem guten alten Bekannten geworden. Wenn Sam ‘As Time Goes bye‘ spielt, summen alle mit und wiederholen im Chor die legendären Zitate wie ‘Ich schau dir in die Augen, Kleines‘ (4 mal!) oder der letzte Satz ‘Das ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft‘. Wenn Rick gefragt wird, welche Nationalität er habe, antwortet die Zuschauer gemeinsam ‘Trinker‘.
Darüber hinaus hat der Film ein hervorragendes Drehbuch, dem es gelingt ein authentisches Ambiente zu schaffen, ein Kaleidoskop der hier Gestrandeten: alle wollen weg von Europa. (Interessanterweise laufen heute die Wanderrouten in die entgegengesetzte Richtung.). Casablanca wird zu einem symbolischen Vorhof der Hölle oder auch zum Paradies. Der Spannungsaufbau ist klassisch und sehr wirkungsvoll. Besonders steil ist der Anstieg erst ganz am Ende. Der größte Pluspunkt ist aber neben den beiden Hauptdarstellern ihre unerfüllte Liebe. Rick verzichtet überraschenderweise auf Ilsa. Und die verabschiedet sich mit einer kleinen Träne, auf die alle warten. Neben der ergreifenden Love Story gibt es noch einen Krimi. Sowohl Ilsa als auch Rick drohen schon mal als letztem Ausweg mit dem Revolver. Für die Tragik ist außerdem noch das traurigste Gesicht der Filmgeschichte zuständig, das von Peter Lorre, für die feine Ironie der Polizeichef Renault (Claude Rains).
Unvergessen die Frage eines älteren Ehepaares als Fitnesstest für Amerika nach der Uhrzeit “ What watch?“ – Antwort “Ten watch.“ Man verabschiedet sich von der Flughafenszene im Nebel mit einem weinenden und einem lachenden Auge. | |
Mo, 31.08.2015Kino | Am grünen Rand der WeltAbseits der rasenden MeuteWer die Romane von Thomas Hardy mag, dem wird auch dieser Film von Thomas Vinterberg gefallen. Allein schon durch die Sprache nimmt er uns mit ins 19. Jahrhundert (‘Ihr‘ und ‘Euch‘). Für Kenner ist es die übliche Thematik und Problematik des Mannes aus Dorset. Das Pärchen, das sich erst noch vielen Irrungen und Wirrungen kriegt, ist mit Carey Mulligan als Bathsheba Everdene und Matthias Schoenaerts als Gabriel Oak durchaus gut besetzt. Sie erbt ein Landgut, er verliert seinen Besitz. Aber da es ein Feel-Good Movie ist, gilt es ja nur die Hindernisse gemeinsam aus dem Weg zu räumen bzw. neue gegeneinander wieder aufzurichten. Auch die Gedanken der Romanvorlage werden verwendet, wenn Bathsheba sich als pseudo-emanzipierte Frau versteht, was sie allerdings nicht hindert auf den Hallodri Frank Troy (Tom Sturridge) vorübergehend reinzufallen. Von den vielen Darstellern des Ensembles profilieren sich vor allem Nachbar Boldwood (Michael Sheen) und Bathshebas Zofe Liddy (Jessica Barden). Er ein tragischer Gutmensch, Liddy ein blitzgescheites junges Ding. Auch das vom Sergeanten geschwängerte Mädchen Fanny Robin (Juno Temple) gibt eine eindrucksvolle Vorstellung.
Das spannungsvolle Finale hat Regisseur Vinterberg mit gebremstem Schaum gefahren. Das wird im Roman noch viel ergreifender geschildert.
Aber alles in allem kann man sich genüsslich zurücklehnen und das ländliche England um 1850 einfach genießen. Der Film wird dem Roman voll auf gerecht. Mit der Übertragung des Titels haben Anglistikstudenten seit Jahrzehnten so ihre Probleme. | |
So, 30.08.2015TV | Side Effects - Tödliche NebenwirkungenNebenwirkungenAnfangs sieht alles nach einem Mord am Ehemann aus einer tiefen Depression heraus aus. Emily (Rooney Mara) ersticht ihren Mann Martin (Channing Tatum). Der sie behandelnde Arzt Dr. Banks (Jude Law) verschreibt ihr Happy Pills. Law spielt den Wandel vom geldgierigen Mediziner zum Kämpfer um seine Ehre recht überzeugend. Die Pharmaindustrie kommt ins Spiel, erprobt an den Patienten kostenlose Medikamente. Fachkundige Dialoge erörtern die Schuldfrage bei Versagen des Mittels. Es geht um Parasomnie und um emotionale Übertragung. Emily nimmt Ablixa, ein neues Mittel gegen Depressionen. Eine erste Drehung an der Spannungsschraube ist der Kampf von Dr. Banks um Ruf und Familie, weil ihm erste Zweifel an Emilys Erklärungen kommen. Seine Ehefrau Deirdre (Vinessa Shaw) macht sein Privatleben glaubwürdig. Es sieht alles nach einem großen Täuschungsmanöver aus. Da kommt die erste faustdicke Überraschung: Emilys frühere Psychiaterin Dr. Siebert (Catherine Zeta-Jones) weiß mehr als sie sagt. Banks vermutet eine homoerotische Beziehung zwischen den Mädels. Und Emily steht plötzlich in ganz anderem Lichte da. Es wäre jetzt ein Unentschieden zwischen Banks und Emily. An der Spannungsschraube wird ein weiteres Mal gedreht. Emily schlägt einen anderen Deal vor. Dr. Siebert bleibt auf der Strecke. Die Spannung hält sich, bis klar ist, dass Dr. Banks alleiniger Sieger ist. Und mit ihm natürlich auch die Pharmaindustrie.
Das ist Hochspannung durch unerwartete Wendungen. Ein durchaus aktuelles Phänomen wird komplex durchleuchtet: fachlich aber auch subjektiv mit sich wandelnden Charakteren. Anspruchsvoll packend, und das auch noch beim zweiten Mal anschauen. | |
Sa, 29.08.2015TV | Zwei CompanerosLola, der Baske und der SchwedeDer Film hat alles, was ein Italo Western Fan erwartet plus einem zusätzlichen Schuss Humor, was an den pfiffigen Dialogen liegt.
Ein munterer Westernspaß also, der sich selber nicht ganz ernst nimmt. Öfters gibt es äußerst brenzlige Situationen begleitet von lockeren Sprüchen (-‘Bei der Hitze schmilzt dir ja der Arsch weg!‘ – ‘Wenigstens kann er dann nicht einfrieren!‘) und immer wieder gibt es eine überraschende Lösung. ‘Für ‘n guten Scherz beißt man doch gern ins Gras‘. Da explodieren Brücken genau im richtigen Moment oder ganz kurz vor dem Feuerbefehl tut sich ein Loch in der Mauer genau hinter dem zu Exekutierenden auf. Der sie verfolgende Jagdfalke endet als Grillhähnchen und der befreite Professor reist im Sarg mit vielen kleinen Wasserschildkröten.
Die Handlung ist eigentlich egal. Es ist einfach spaßige Unterhaltung: ‘Der Professor ist so schwer, weil er so viel im Kopf hat‘.
Es geht um die Revolution in Mexico, um viel Geld und natürlich um Waffen. Echte Revolutionäre werden vom ‘Basken‘ (Thomas Milian) und dem Theoretiker Professor Xantos (Fernando Rey) angeführt. Mit von der Partie ist hier die junge Iris Berben als Lola in ihrem ersten internationalen Erfolg. Der Gegenspieler vom Basken ist der ‘Schwede‘ (Franco Nero), ein Söldner genau wie John der Bösewicht vom Dienst (Jack Palance).
Der hohe Unterhaltungswert ist auch der Tatsache geschuldet, dass sich der Baske und der Schwede gegenseitig verladen und wieder aus der Patsche helfen. Ein Dauerbrenner zieht sich durch den ganzen Film: der Baske will wissen, warum ihm der Schwede einen Dollar gegeben hat. Das fragt er ihn immer wieder und bekommt erst ganz am Ende eine Antwort. Da stehen sich aber beide zum Shoot-Out gegenüber. Das ist der Rahmen. Die Handlung kehrt zur Eingangsszene zurück. Spannung ist angesagt. Die Trauung zwischen Lola und dem Basken hingegen ist ein Scherz, wie ein Großteil des ganzen Films. (‘Selber küssen macht fett‘). Die Musik stammt unverkennbar von Ennio Morricone und vergoldet den Klamauk. | |
Fr, 28.08.2015TV | Die Verdammten des KriegesKein KollateralschadenIst das wirklich einer der Kollateralschäden des Krieges? Hier der in Vietnam. Ein Spähtrupp unter Sarge Tony (Sean Penn) entführt ein Mädchen aus einem Dorf, vergewaltigt sie und bringt sie anschließend um. Brian De Palma hat daraus ein erschütterndes Drama gemacht.
In packenden Dialogen wird das Pro und Con dieser Tat erörtert: ist Tran Thi Oanh (Thuy Thu Le) ein Bauernmädchen oder eine Vietkong Hure? Im Krieg ist das doch nun mal so, weil der Krieg ja unmenschlich ist. Man sieht aber auch, dass die Soldaten die Möglichkeit hatten, brutal bzw. menschlich zu sein. Dann kommt der Gruppenzwang hinzu. Wenn man sich auf die Kameraden nicht verlassen kann, ist man an der Front ein toter Mann. Von den fünf Männern tun es drei freiwillig, einer unter Zwang (John Leguizamo). PFC Eriksson (‘Schütze Arsch‘ Michael J. Fox) lehnt es ab. Er ist von Anfang an anders. Er entschuldigt sich bei den Gooks, pflügt sogar ihre Felder. Ironischerweise rettete der Sarge Tony Eriksson zuvor das Leben.
Auch die Befehlsstrukturen innerhalb der Truppe spielen eine Rolle. Wer sich nicht an der Vergewaltigung beteiligt, ist entweder eine Tunte oder ein Vietkong Sympathisant. Im Soundtrack dominiert hier eine Panflöte als Palliativ. Doch Eriksson macht Meldung und muss erfahren, wie sinnlos das ist, denn aus Tätern werden Opfer gemacht. ‘So ein Verfahren hilft doch dem toten Mädchen nicht mehr.‘ Auch ein Attentatsversuch auf Eriksson wird verübt. Der schlägt zwar zurück, macht sich aber weiterhin Vorwürfe, nicht genug getan zu haben. Es wird deutlich, dass das Töten des Feindes im Krieg etwas anders ist, als ein heimtückischer Mord an einer Zivilistin.
Zur Verdeutlichung seiner Idee hat De Palma noch einen netten Gag in die Rahmenhandlung eingebaut: Thuy Thu Le hat eine Doppelrolle.
Somit ist es kein reiner Antikriegsfilm, sondern eine Studie über männliche Schwächen. | |
Sa, 12.07.2025 von antoniawarda
richtig schlechte Sendung, man kann nicht wirklich mitraten, weil die Aufgaben für den Zuschauer ...
Sa, 14.06.2025 von Rozenbaum
Gute Themen, aber warum müssen alle Gästinnen grell überschminkt sein . Zu viel BotOx, zu viel ...
Fr, 30.05.2025 von Coa60
Die Sterne sind für die satirische Kritik am Hebammengesetz. Ansonsten fand ich die Sendung nur ...
Sa, 17.05.2025 von Kunstart.net
1. Klone haben (Kindheits-)Erinnerungen implantiert, damit sie nichts hinterfragen, nicht davon ...
Sa, 19.04.2025 von frge
Gut gemacht. Gute Schauspieler.Es ist ein schöner Zeitvertreib. Gern auch über Mediathek.