Mi, 19.08.2015TV | Trance - Gefährliche ErinnerungErinnerungssucheDer Film bezieht seine Spannung aus drei Quellen: ein äußerst komplexer Plot, der die menschliche Psyche miteinschließt. Der wird im Verlauf von ständig wechselnden Perspektiven durcheinander gewirbelt und schließlich wohl dosiert die genreübliche Brutalität, hier meistens Folter. Es ist eine permanente Suche nach Simons Erinnerungen. Die Traumsequenz, in der er mit dem ‘halben‘ Frank redet ist ein gelungener Schocker. Ebenso wie die gekonnt präsentierte Schnittmenge zwischen Realität und Erinnerung, als Simon von einer Frau angefahren wird: a) Elizabeth und b) die Frau ohne Namen: Tuppence Middleton (hoffnungsvoller britischer Nachwuchs).
Die Psychiaterin Elizabeth (Rosario Dawson) steht eigentlich im Mittelpunkt. Sie liegt zwischen den beiden Gaunern Simon (James McAvoy, dem man den brutalen Killer nicht so recht abnimmt) und Frank (Vincent Cassel). Beide wollen einen geklauten Goya. Es läuft unorthodox: Überfall auf einen Kunstraub (sic!), dann Amnesie, dann Hypnose.
Retrospektiven erweitern ständig den Erkenntnishorizont der Zuschauer. Die Psychiaterin setzt ihre weiblichen Reize auf beiden Seiten ein, die obwohl gegeneinander doch ein gemeinsames Ziel haben: den Goya. So wird Elizabeth zu einer ernstzunehmenden dritten Partei, die am Ende – und das ist durchaus logisch - alle Fäden in der Hand hält.
Dass dabei der Dreikäsehoch Simon auf der Strecke bleibt, ist ebenso klar, wie die Tatsache, dass Frank überlebt. Aber er ist noch längst nicht am Ziel. Danny Boyle verabschiedet sich mit einem Schmunzler nach einem fulminanten Finale.
Klasse Spannung, gut gemacht und eindrucksvoll gespielt. | |
So, 16.08.2015TV | Trafic - Tati im StoßverkehrVerdammt lang herJacques Tati hat notgedrungen einen letzten ‘Monsieur Hulot‘ nachgeschoben. Es ist vergleichsweise fast schon peinlich, wie der sonderbare Komiker hier versucht seine einmal bewährten Späße nochmals aufzuwärmen. Doch hier fehlt es ihm an Ideen. Der weitgehend sinnfreie Streifen hat mit dem Auto und seinen Fahrern zu tun. Wiederholungen sind eine Basis um Komik zu erzeugen. Nasepopeln, konzertiertes Türen knallen oder den Hut aus dem Ersatzrad holen. Allein Tatis Soloauftritte erfreuen die Fans von einst, weil er immer noch das alte Outfit: Hut, Pfeife, Trenchcoat und Hochwasserhosen trägt. Auch seine wirre etwas unkoordinierte Gestik ist ganz nett. Ermüdet aber auf die Dauer. Die kleinen Gags wie das ausziehbare Camping Auto mit Dusche, Elektrorasierer und ausfahrbarem Bett sind im Grunde überholt. Und das dauernde unverständliche Gequassel der Akteure ist ebenfalls ohne Einfälle. Sie selbst agieren amateurhaft. Alles gleicht sich so sehr, dass das Gähnen kaum zu unterdrücken ist, zumal man weiß ja, dass es ansteckend ist. Und wenn die Fahrer ein Gähn Marathon hinlegen, muss man halt mitmachen. Ach das waren noch Zeiten, als Monsieur Hulot Ferien machte. Frisch und unverbraucht und völlig anders als Chaplin, Keaton oder Pierre Richard.
Hier sind seine Gags wie abgestandenes Bier, schal und eigentlich sinnfrei. Nur weil man seine klassischen Marotten kennt, kann man hier und da vor lauter Nostalgie über Altbekanntes schmunzeln. Und wenn man auf die Kopie bläst, steht man in einer Staubwolke. K.V. | |
So, 16.08.2015TV | Bis ans Ende der WeltGrenzwertigIm Zentrum dieses Roadmovies steht Claire (Solveig Dommartin), obwohl sie eigentlich nicht die Wichtigste unter den Hauptpersonen ist. Sie umkreisen auf dieser Welttournee, die u.a. über Paris und Berlin, den USA bis nach Australien führt, drei Männer. Der anfangs Noch-Geliebte Eugene (Sam Neill), der Verständnisvolle, der schreibt und komponiert, dann ein Herr Winter (Rüdiger Vogler), ein geschäftstüchtiger Detektiv und der eigentliche Anti-Held Sam Farber (William Hurt), der auf der Flucht und gleichzeitig auf der Jagd ist, wegen eines technischen Wunderwerks, dass sein Vater Henry (Max von Sydow) entwickelt hat. Mit dessen Hilfe können Gedanken und Träume digital sichtbar gemacht werden. Alles geschieht für Mutter Edith (Jeanne Moreau). Sie blind ist. Inhaltlich kommen noch ein Liebesfilm und ein Familiendrama hinzu. Das Ende geht dann in Richtung Märchen. Nicht zu vergessen, dass hier der Erde so ganz nebenbei eine Nuklearkatastrophe droht. Da ist ganz schön viel drin. So ist es verständlich, dass der Film über 4 Stunden dauert.
Und dann hängt Wenders noch einen Epilog dran. Weil die Menschen nur noch auf ihre Träume und visualisierten Erinnerungen fixiert sind, verwahrlosen sie äußerlich (‘Wir sehen den Gott in uns!‘). Sie leiden an Realitätsverlust und Vereinsamung, manche verlieren bisweilen sogar den Verstand. (Claire: ‘Mein Herz ist tot.‘). Zur Verdeutlichung seiner Idee reicht Wenders noch eine Anlehnung an das Johannisevangelium nach ‘Am Anfang war das Wort, am Ende das Bild.‘
Eine erschütternde Vision, inhaltlich überladen, technisch brilliant inszeniert. Es ist Wim Wenders anspruchsvollster Film: gedanklich und physisch. | |
Sa, 15.08.2015TV | Liebe und RevolutionDie 68erVon den revolutionären französischen Studenten, die sich mit den Arbeitern verbrüdern wollten, was ideologisch lobenswert war, aber praktisch nie geklappt hat, wird ein Durchgang durch vierzig Jahre Kulturgeschichte vorgeführt.
Die Namen der Präsidenten verdeutlichen wie die Zeit vergeht von Pompidou bis Sarkozy.
Eine Gruppe zieht in einen abgelegenen Bauernhof und lebt dort als Kommune. Freie Liebe, jede Menge Stoff, demokratische Abstimmungen und nackte Tänze im Grünen. Hedonismus als Lebensprinzip. Da können Sexprobleme zu Klassenproblemen werden.
Man hört die griffigsten Schlagwörter der jeweiligen Zeit. Auf Demos erschallt z.B. der Ruf ‘Mein Bauch gehört mir!‘ und die Mädels singen Ringelrain tanzend ‘Bella Ciao‘.
Die Atmo stimmt und auch die komplexe Clan-Struktur bleibt durchschaubar, nur die dramaturgische Umsetzung, sowie die Zeiteinteilung haben kleinerer Mängel.
Während der erste Teil noch recht stringent voranschreitet, lahmt der zweite und ist durch die Überbetonung von Homosexualität, Aids und Tod, von schier endlosen Tränen übervoll.
Die Kommunardin Catherine (Laetitia Casta) steht im Focus der Entwicklung. Sie verliebt sich, bekommt Kinder und bleibt doch unabhängig. Sie bleibt als Einzige auf dem Bauernhof. Einer nach dem anderen geht. Mit ihren Ex-Männern bildet sie ein neues Zentrum, zu dem auch ihre Kinder und Enkelkinder immer wieder zurückkehren.
Der Film macht eine menschlich warme Kurve, wenn Catherine kurz vor ihrem Ende das ‘Glück auf der Wiese‘ findet. Unter den Kindern kommt es zu multi-kulti Events und ganz am Schluss wird das Prinzip Hoffnung betont, wenn heute Jugendliche auf dem Platz der Republik die rote Fahne schwenken.
Etwas dialoglastig, mit Längen im zweiten Teil, bleibt es ein amüsanter Bilderbogen. | |
Do, 13.08.2015TV | Dark TideShark AttackAuch wenn der Titel nicht gleich darauf hinweist, es geht hier um einen ‘Shark Attack‘.Eine Dreierkonstellation steht im Mittelpunkt: das vorübergehend zerstrittene Pärchen Kate (Hale Berry) und Jeff (Olivier Martinez) und natürlich die Haie. Da denkt man doch gleich an den großen ‘Weißen‘ von Steven Spielbergs ‘Jaws‘. Kein Vergleich, falsche Richtung. Die dunkle Flut macht da einen Unterschied: sie thrillt nicht. Vielleicht hatte Hale Berry beim Dreh mehr Angst als die Zuschauer. Falls sie überhaupt in die Nähe der Haie gekommen ist. Im Ganzkörper-Tauchanzug sehen alle Menschen gleich aus. Meistens sind es hier Tieraufnahmen à la Jacques Cousteau. Immer wieder schwimmen Haie durchs Bild. Das schafft aber keine Spannung. Die Story außen rum ist eigentlich Nebensache. Die bankrotte ‘Haiexpertin‘ Kate wird vom Ex Jeff überredet gegen gute Bezahlung eine Fahrt ohne Käfig zu dem Monstern anzubieten. Der Unfall am Anfang des Films war durch viel rote Farbe und wallendes Wasser verwischt worden. Danach kommt erst nach über einer Stunde kurzfristige Spannung auf, wenn die ‘dunkle Flut‘ des Titels zuschlägt und das Boot kentert. Aber auch hier ist es dunkel (vgl. Titel). Genaueres kann man nicht erkennen.
Davor gab es Streitereien um alberne Nichtigkeiten mit platten Dialogen: ‘Und wo sind die Haie?‘ – ‘Irgendwo da draußen.‘ Nachdem man Kates Expertenmeinung überstanden hat (‘Wenn du die Psychologie der Haie wirklich verstehen willst, musst du raus aus dem Käfig und mit ihnen schwimmen.‘), kann man getrost zum Schnelldurchlauf greifen. Sonst erfährt man noch solche Erkenntnisse der Haiflüsterin wie ‘Wenn dir ein Hai zu nahe kommt, einfach auf die Schnauze hauen.‘
Schließlich ahnt man, dass da einer der betuchten Gäste doppelt bezahlt haben muss, bevor das Pärchen liebend vereint im Rettungsboot sitzt und zum Himmel schaut. Da kommt der Helikopter.
Als Doku zu wenig, als Thriller zu flach. Als Seeabenteuer zu glatt und vorhersehbar. K.V. | |
Di, 11.08.2015TV | Brighton RockBadenkrieg in BrightonRowan Joffe steht für das junge britische Kino. Er hat in diesem sehenswerten Thriller nicht nur inhaltlich eine ganze Menge hineingepackt, sondern auch darstellermäßig eine gelungene Mischung aus ‘Alten Hasen‘ und ‘Newcomern‘ herbeigeführt.
Brighton Rock ist eine pink-weiß gedrehte Zuckerstange, die hier nicht nur ein Geschenk, sondern auch ein Mordwerkzeug ist. Vor der malerischen Kulisse von Brighton findet ein Bandenkrieg statt, der auf zwei unterschiedlichen Ebenen geführt wird: hier die stürmischen jungen Wilden, angeführt vom Pinkie (Sam Riley), der sich mit den Leuten von Colleoni (Andy Serkis) rumschlagen muss und da die Ganovencrew der Oldies unter Ida (Helen Mirren) und Phil (John Hurt). Die Youngsters stehen für Gewalt, die Oldies für Strategie. Darin ist eine ungewöhnliche Liebesgeschichte zwischen Pinkie und Rose (Andrea Riseborough) eingebettet. Ihre Beziehung pendelt so zwischen Zuneigung und Misstrauen, zwischen Abhängigkeit und Selbstständigkeit hin und her. Und das passiert so distanziert, aber doch nicht ganz frei von Emotionen, dass der Zuschauer fast keine Identifikationsmöglichkeit finden kann. Der verliebte Mörder bleibt ein Fiesling, der sogar versucht, sie zum Selbstmord zu überreden, Rose das Dummerchen, das zaghaft ihrem Herzen folgt. Die Kreidefelsen der Gegend spielen mehrmals eine dramatische Rolle.
Geschickt wird das historische Aufeinandertreffen von Mods und Rockers 1964 in die Handlung mit einbezogen. Die Mods fuhren mit Motorrollern, die Rockers mit Motorbikes in die ‘Schlacht‘.
Die Oldies Ida und Phil haben das letzte Wort und feiern ihren Erfolg. Fragt er sie ‘Soll ich eine Flasche Champagner bestellen?‘ und sie antwortet ‘Und ein Zimmer‘. Noch besser ist der Schluss mit Rose im Heim. Sie hört die selbstgepresste Single mit Pinkies Stimme. Wir wissen, was der damals gesagt hat. Jetzt hat die Single einen Hänger, den Rose ihr Leben lang im Ohr behalten wird. Auch nett.
Spannend, darstellerisch hervorragend und mit vielen überraschenden Wendungen. | |
Mo, 10.08.2015TV | Land of PlentyLand im ÜberflussWieder ein Geniestreich von Wim Wenders, der hier äußerst subtil eine gedankliche Aussage präzisiert, wie man sie sonst in Zusammenhang mit Nine-Eleven noch nicht formuliert hat. Zwei Lebenslinien treffen sich: der vom Vietnamkrieg traumatisierte Onkel Paul (John Diehl) und die religiös fundamentalistische Nichte Lana (ebenso passend dazu Michelle Williams). Die Ermordung eines Pakistanis in der Schlange vor der Essensausgabe ‘Brot des Lebens‘ nimmt Onkel Paul zum Anlass seine geheimdienstlichen Aktivitäten aufzunehmen. Lana hilft ihm dabei. Im weiteren Verlauf wundert man sich über Onkel Paul, der zunehmend abstrusere Spekulationen anstellt. Er vermutet überall ‘Schläfer‘ und behauptet Amerika und er habe den Vietnamkrieg gewonnen. Er bewegt sich dabei auf einem ebenso schmalen Grat zwischen absurden Mutmaßungen und pseudo-realistischen Fakten wie Nichte Lana, die einerseits sagt ihr Onkel Paul sei nicht ganz dicht, ihn andererseits aber als einzig übrig gebliebenes Familienmitglied mit Respekt behandelt. John Diehl gelingt es, Onkel Paul nicht zum Affen werden zu lassen, sondern zum tragisch traumatisierten Vietnamveteran. Lana findet durch die Briefe ihrer verstorbenen Mutter ein verständnisvolles Verhältnis zu ihr, an dem sie nur wachsen kann.
Am Ende stehen beide am Ground Zero. Onkel Pauls Albtraum des Krieges ist durch Nine-Eleven wieder aktiviert worden. Lana erzählt ihm zu unserer aller Verwunderung, dass eine allgemeine große Freude geherrscht habe, als die Twin Towers eingestürzt seien. Das waren alle diese Leute, die Amerika so sehr hassen.
Für den Mord an der Essensausgabe (ironischer Bezug zum Titel!) gibt es natürlich eine einleuchtende Aufklärung. Wenders deutet hier an, welche verhängnisvollen Folgen eine Bluttat haben kann. Es war kein ‘Schläfer‘, der hier aktiv geworden war, sondern übermütige, vollgedröhnte Kids. Da würde auch bei uns der Ruf nach der Todesstrafe wieder laut werden. So gesehen ist der Film auch eine Warnung. Genial. | |
So, 09.08.2015TV | Die Geier warten schonChuck & BillyDas Schärfste an dem Film ist der deutsche Titel. Wie man auf den von ‘Showdown‘ kommen konnte, erschließt sich mir nicht. Gut, zweimal spricht der Held zu den Geiern, die oben wartend kreisen.
Mit dem süßen Rock Hudson als Sherif Chuck Jarvis ist auch noch der eine Hauptdarsteller fehlbesetzt. Der macht doch eigentlich eine bessere Figur bei ‘Bettgeflüster‘ oder wenn er mit Doris Day in einem Pyjama steckt als hier. Aber Rock Hudson hat es immer wieder versucht und ist immer wieder aufs Antlitz gestrauchelt. Auch sein Jugendfreund Billy (Dean Martin), der sich konsequent immer selber spielt, spult hier seine Rolle professionell ab. Und zwischen ihnen Kate Jarvis (Susan Clark). Sie macht den Western zum Salon- oder Wohnzimmer-Western mit Grammophon, handbetriebener Waschmaschine, Teppich und Gardinen.
Die Handlung wiederholt sich bei der Verfolgung von Billy. Regisseur Seaton erzählt etwas umständlich. Wir sehen den gleichen Ort zweimal: erst Flüchtling Billy, dann Sherif Chuck. So beginnt der Film nicht gerade spannend und verflacht dann zusehends. Der Showdown vom Originaltitel (die letzten 15 Minuten) ist nicht nur langweilig, Chuck wird in den Allerwertesten geschossen (Absicht!?). Das ist teilwiese albern. Wie der völlig überraschende Waldbrand. Ohne Witz oder Gag. Ohne Überraschungen. Ein fader, völlig überflüssiger Spätwestern. K.V. | |
Sa, 08.08.2015TV | Rivalen unter roter SonneMit Colt und SchwertHier hat Altmeister Terence Young bewiesen, dass die Europäer auch ganz tolle Western drehen können. Das hier ist ein besonders Gelungener. Dazu standen ihm 4 Superstars zur Verfügung. Die kunstvoll aufgebaute und anhaltende Spannung bezieht der Film aus dem gegensätzlichen Nebeneinander von dem echten Cowboy Link (Charles Bronson) und dem Samurai Kuroda (Leinwandlegende Toshiro Mifume). Egal ob es um Kampftricks oder das Essen geht. Das allein ist schon Stoff genug für eine vergnügliche Unterhaltung. Allein für das wertvolle Samurai Schwert findet Link viele Bezeichnungen wie z.B. ‘langes Messer‘. Weitere witzige Dialoge geben Anlass zum Schmunzeln. (‘Der da hinten spricht Latein. Er wollte mal Priester werden‘) Oder wenn Link dem Samurai erklärt, wo beim Pferd vorne und wo hinten ist: Und der punktet, indem er Moskitos mit dem Messer in der Luft teilt: Anlass zum Hingucken gibt nicht die lüsterne Pepita (Capucine) sondern die Nutte Christina (Ursula Andress), die sich noch nie so freizügig gezeigt hat. Link meint zu ihr ‘Wenn du was essen willst, dann koch‘. Du lässt doch sonst nichts anbrennen‘.
Alle verfolgen Gauche, den Linkshänder, (Alain Delon) als schießwütiger Ganove. Fragt Bordellchefin Pepita Link, wie lang sie alle bleiben wollen. Antwort: ‘Bis Gauche kommt. Bis es ihn juckt.‘ Darauf Pepita mit einem Rippentriller für Link ‘Mich juckt es jetzt schon.‘
Als letzte Trumpfkarte zieht Young die Indianer. Sie liefern im tragischen Finale einen aufopferungsvollen Job im mannshohen Schilf. So bleiben nur Link und Christina übrig. Das teure Samurai Schwert, um das es u.a. hier eigentlich ging, hängt bedeutungslos an einer Fernmeldeleitung. Stets spannend mit Steigerungen. | |
Fr, 07.08.2015Kino | Tote schlafen festMarlowe & das LügengebäudeWas diesen Film so gut macht ist:
• Der Hauptdarsteller Humphrey Bogart (auch mal kurz in einer Szene als seichter Bücherfreak mit hochgeklappter Hutkrempe).
• Die Liebesgeschichte mit Lauren Bacall. Bevor es richtig losgeht, ist Schluss.
• Die geschliffenen Dialoge mit Pfiff und voller Ironie von Falkner eng an Chandler orientiert: -‘Wie trinken sie ihren Brandy?‘ – ‘Aus dem Glas‘ oder
Taxifahrerin: ‘Ruf mich an, Tag oder Nacht.‘ –‘Tag oder Nacht?‘ –
‘Nachts ist besser. Tagsüber arbeite ich‘.
• Die konsequente Dunkelheit und der ständige Regen schaffen eine eigenartige, düstere Atmosphäre.
• Die Handlung ist so leicht verworren, dass der Zuschauer gerade noch folgen kann, aber eigentlich ist sie völlig unwichtig: Dafür kann man zählen, wie oft sich Marlowe nachdenklich ans Ohrläppchen greift.
Alter Millionär Sternwood (Charles Waldron) hat 2 Töchter Vivian (Lauren Bacall) und Carmen (Martha Vickers), die beide in kriminelle Machenschaften verwickelt sind. Marlowe ist der Privatdetektive, ‘der dafür bezahlt wird, dass er die schmutzige Wäsche anderer Leute wäscht.‘
• Ein kryptischer Titel, den jeder versteht, aber keiner weiß etwas damit anzufangen, weil er eine Selbstverständlichkeit enthält.
All diese Kriterien zusammengenommen machen den Film zum Kultklassiker, den man sich von Zeit zu Zeit immer wieder mal anschauen kann wie einen guten, alten Expressionisten. | |
Sa, 12.07.2025 von antoniawarda
richtig schlechte Sendung, man kann nicht wirklich mitraten, weil die Aufgaben für den Zuschauer ...
Sa, 14.06.2025 von Rozenbaum
Gute Themen, aber warum müssen alle Gästinnen grell überschminkt sein . Zu viel BotOx, zu viel ...
Fr, 30.05.2025 von Coa60
Die Sterne sind für die satirische Kritik am Hebammengesetz. Ansonsten fand ich die Sendung nur ...
Sa, 17.05.2025 von Kunstart.net
1. Klone haben (Kindheits-)Erinnerungen implantiert, damit sie nichts hinterfragen, nicht davon ...
Sa, 19.04.2025 von frge
Gut gemacht. Gute Schauspieler.Es ist ein schöner Zeitvertreib. Gern auch über Mediathek.