Fr, 17.07.2015TV | Arbitrage - Der Preis der MachtMacht will gewinnenEin Krimi über Spekulationen in Millionenhöhe, bei dem der Fachmann wie selbstverständlich zustimmend nickt und meint ‘Stimmt! So is‘ es‘, und der Laie wundert sich ‘Unvorstellbar!‘
Regisseur Jarecki kontrastiert das Privatleben des Milliardärs Robert Miller (Richard Gere) mit seinem Geschäftsgebaren. Außerdem erfahren wir, wie der Superdaddy zuvor vertuscht, Zahlen fingiert sogar gefälscht hat. Und gleichzeitig die Polizei (Tim Roth) gegen ihn ermittelt, weil seine kostspielige Geliebte (Laetitia Casta) bei einem Autounfall ums Leben gekommen war. Robert beging Fahrerflucht.
Miller gelingt es immer wieder den Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Etwaige Klippen innerhalb der Familie (wie die mit Ehefrau Susan Sarandon oder Tochter Brooke (Brit Marling) werden souverän umschifft. Nach außen zumindest. Es wird aber auch die tragische Seite des Vater – Tochter Verhältnisses angedeutet.
Die Beweise für die Polizei kann er kaufen und ändern, so dass er ungeschoren davonkommt. Persönliche Narben, die nicht so schnell verheilen, werden wohl erst später sichtbar. Zuvor endet der Film mit einer Laudatio von Tochter Brooke auf ihren Vater auf einem Gala Dinner.
Gere gibt den Robert Miller als einen pfiffigen, aber rücksichtslosen Charmeur. Er wirkt aber gehetzt und schläft schlecht. Eigentlich ist er nicht zu beneiden.
Und weil hinter jedem großen Mann eine noch größere Frau steht, wird seine Ehefrau am Ende alle Fäden in der Hand behalten und alles nach ihren Vorstellungen lenken. Ihre Erpressung ist die raffinierteste Karte im Quartett. Es gibt keine Nur-Guten oder Nur-Bösen. Alle sind Opfer ihrer eigenen Wünsche. Sogar Robert Miller. Er ist am Ende der betrogene Betrüger. Realistisch und spannend. | |
Di, 14.07.2015TV | Unknown IdentityUnbekanntEin gnadenlos spannender Thriller, der bereits spektakulär beginnt und zum Ende hin noch spannender wird. Im ersten Teil ist man interessiert dabei, auch wenn die Story nach der Identitätssuche nichts Neues zu sein scheint. Und als der lädierte Dr. Harris (Liam Neeson) endlich weiß, wer er ist, dreht sich das Karussell erst richtig mit vollem Tempo. Alles passt, jede neue Figur entpuppt sich als Bösewicht. Nur Bruno Ganz nicht. Er ist und bleibt ein braver Stasi-Mann. Doch mit dem Auftauchen von Rodney Cole (Frank Langella) bekommt der Plot eine neue Dimension. Die Gangster (u.a. Aidan Quinn) haben nicht nur die Identität des Dr. Harris besetzt mit allem was dazugehört, seine Frau möglicherweise erpresst – wie man das ja kennt – es wird ein teuflisches Komplott. Und plötzlich geht alles zurück auf Los. Der Gipfel des bombenträchtigen zweiten Plots ist, dass es auch noch einen Umweltpreis geben könnte. Die Attentäter hatten ganz andere Ziele. Grandioser Handlungsschwenk!
Es zeichnet der Regisseur Collet-Serra aus, dass von beteiligten Personen Fotos an den Zimmerwänden hängen oder wie im Falle Cole im Hintergrund etwas unscharf zu sehen sind. Auch die beiden Frauen um Dr. Harris January Jones und Diane Kruger sehen sich verdammt ähnlich. Und man ist zufrieden, dass er am Ende einen neuen Pass hat und jetzt Taylor heißt, genau wie Diane Kruger…
Lange nicht mehr so Nägel kauend und angespannt einen Film gesehen wie in diesen 104 Minuten. Und dazu noch ungeahnte Überraschungen. | |
Di, 14.07.2015TV | Wie beim ersten MalQuelle der HoffnungDer deutsche Titel ist nicht nur unpassend, er stimmt auch überhaupt nicht. Es soll doch nicht so sein wie beim ersten Mal (erfahrungsgemäß hängt da ja nicht gerade der Himmel voller Geigen), sondern Kay (Meryl Streep) will einfach nach über 30 Ehejahren etwas Leidenschaft in ihre Beziehung bringen. Ihr Mann Arnold (Tommy Lee Jones) kann das gar nicht verstehen. Er ist zufrieden, so wie es ist.
Der Ort, wo die Ehetherapie stattfindet, heißt Hope Springs. Das nette Wortspiel geht verloren (‘Quelle der Hoffnung‘).
Regisseur Frankel zeigt die beiden nicht aufgehübscht. Auch wenn Meryl dezent geschminkt ist. Und es gibt in den therapeutischen Gesprächen mit Dr. Feld (Steve Carell) und im Verhalten der beiden involvierten Personen eine Mischung aus Klischees und Tiefenanalyse. Die beiden großartigen Darsteller verhindern Peinlichkeiten. Man nimmt ihnen die Aufrichtigkeit einfach ab. Ist die Reaktion von Kay anfangs noch gehemmt und genant, blockt Arnold total. Es entsteht eine interessante Entwicklung, in deren Verlauf der eine die andere schon mal überholt. Angeordnete Annäherungsübungen gehen buchstäblich in die Hose. Erst ganz am Ende floaten die zwei Oldies frei auf einander zu und mit einander davon.
Meryl kennt man in solchen Rollen. Das macht so grandios (unsicher, betreten, hilflos). Tommy Lee, der alte Haudegen, findet sich überzeugend in seine Rolle hinein. Er ist überraschend gefühlvoll, bockig, grantelnd. Die Zuschauer können bei dieser oder jener Bemerkung, von welcher Seite auch immer nicken, losprusten oder die Beckerfaust machen. Eine gekonnte Analyse von Eheproblemen., die aber nur gelöst werden, weil die beiden sich immer noch lieben. Sonst sprießt da keine Hoffnung sondern Scheidung. | |
Mo, 13.07.2015TV | Krieg der WeltenSpannende UnterhaltungStephen Spielberg macht aus der Vorlage von H.G. Wells Beachtliches. Nicht nur die bombastischen Riesenkatastrophen sind atemberaubend, auch die Panik der Massenszenen ist klasse eingefangen. Was Spielberg gern verwendet ist das Individuum als Gegenpol zur Masse (auch der bösen Feinde). Hier am Beispiel eines geschiedenen Ehepaares (Tom Cruise und Miranda Otto). Es ist auch kein echtes Remake eines früher gedrehten Films sondern ein eigeständiges Kunstwerk. Erweitert, verformt, überhöht.
Der Spannungsaufbau gelingt dem Großmeister des Erzählens grandios. Erst sieht man nur kurz die tripodenähnlichen Raumschiffe, gefolgt von umwerfenden Zerstörungsorgien, später dann die Außerirdischen selbst und zwar im Kleinen: in einem Keller. Das sich schlangenartig durch den Raum bewegende Teil erinnert an das Glas-Wasser-Wesen in THE ABBYS. Im Keller hat Tim Robbins als eigenartiger Sonderling einen beeindruckenden Kurzauftritt. Bei der untergehenden Fähre kommt allerdings ein Titanic-Feeling auf. Die Spannungen zwischen Tom Cruise und seinen beiden Kindern heizen die allgemeine Stimmungslage zusätzlich an. Die Gefühle zwischen den beiden Exen werden nur angedeutet, tun dem FFE-Feeling am Ende keinen Abbruch. Tochter Rachel (Dakota Fanning) verdient es als Nachwuchssternchen erwähnt und gelobt zu werden.
Spielberg kann unterhalten. Bei solchen Stoffen wie diesem hier ist er schier unschlagbar. Nicht so bei den War Horses oder Lincoln. Dabei ist er doch vielseitig wie ein Chamäleon. Er kann praktisch alles in Szene setzen. Der Krieg ist großes Kino. | |
Mo, 13.07.2015Kino | Les Combattants OmUDie KämpferEine herbe und derbe Liebesgeschichte. Sie ist herb, weil ihr alle üblichen süßlichen Zutaten einer landläufigen Love Story fehlen. (Anmache, Eindruck schinden, Ablehnung, Volltreffer!). Stattdessen gibt’s was recht derb auf die Nuss und zwar steckt Arnaud (Kevin Azais) mehr ein als Madeleine (Adele Haenel). Das ist anfangs noch recht unterhaltsam. Mädchen bei einer Eliteeinheit ist auch nicht ganz so neu. Als es dann geschnackelt hat, wird das Ganze zu einem Survival Trip, den die beiden “Kombattanten“ zwar noch nicht ganz gewinnen können; sie versprechen sich aber, es das nächste Mal besser zu machen. Abenteuerurlaub war inzwischen angesagt: einsame Gegend, schwimmen im Fluss, Fischen und Vögeln.
Der Film ist nicht schlecht, weil realistisch- Aber auch nicht erste Sahne, bloß wegen der ungewöhnlichen Anmache. Die Vorhersehbarkeit wird durch die Waldbrände etwas hinausgezögert. Die Armee als eine der größten Arbeitgeber bietet sich an. Kann stimmen. Man kann auch eigentlich fast nichts gegen den Film ins Feld führen. Für ein Lob reicht es aber keineswegs. Also eher den Mantel des Schweigens drüber ausbreiten. Man hat nichts verpasst, wenn man ihn nicht gesehen hat. Preiswürdig ist daran rein nix! Und der dämliche deutsche Titel mag manchen davon abhalten, sich den Film überhaupt anzuschauen. Als ich drin war, waren wir zu dritt. | |
Sa, 11.07.2015TV | Der Sänger und der DiktatorMenschenverachtender GrößenwahnMit einem ganz einfachen Plot zeigt der irakische Regisseur Hawal eine autokratische Diktatur – irgendwo auf der Welt – aber man denkt natürlich schon an dessen Heimatland dabei. Ein Alleinherrscher lädt zu seiner Geburtstagsfeier. Manche kommen verspätet an (ist schon mal ganz schlecht!), andere reden nur hinter vorgehaltener Hand (werden aber doch von den allseits anwesenden Kameras aufgezeichnet). Diejenigen, die pünktlich kommen – egal ob General oder Minister - müssen sich einer Leibesvisitation unterziehen. Es entsteht eine Atmosphäre der Angst, willfähriger Dienstbeflissenheit und vorauseilendem Gehorsam unter den Gästen. Und hier spielen die Frauen eine besondere Rolle. Damit der Mann befördert wird, ruft der Diktator die Ehefrau schon mal zum Probeliegen in den Palast. Selbst vor Mord in der Öffentlichkeit schreckt er keineswegs zurück. Und weil ihm der beim Volk beliebte Sänger nicht gefällt, muss er dem Auditorium bei seiner Darbietung den Rücken zukehren. Danach beordert ihn der starke Mann zum Rundfunk, nie mehr einen Auftritt im Fernsehen.
Die ausgesuchten, symptomatischen Beispiele verdeutlichen das Lebensgefühl in diesem Staat, zeigen die Reaktion der Untertanen. Vieles kommt einem bekannt vor. Hawals Film beeindruckt vor allem, weil er in einfacher Sprache, eindeutige Situationen schildert. Dabei wirkt manche Geste etwas holzschnittartig, Attituden etwas steif. Aber das passt hier irgendwie. Es ist ein Lehrstück, keineswegs Science Fiction. Wichtig! | |
Fr, 10.07.2015Kino | Die Liebe seines LebensDer Eisenbahn FanWas da der deutsche Verleiher mit dem Originaltitel gemacht hat (von ‘Der Eisenbahnfan‘ (So nennt sich Lomax selber) zu ‘Die Liebe seines Lebens‘) ist ebenso verwerflich, wie dem Film sogleich das Etikett ‘Schmonzette‘ anzuheften. Klar, dass sich inhaltlich die ‘Brücke am Quai‘ aufdrängt, obwohl auch der Vergleich hinkt. Im Film von 1957 ging es viel distanzierter, distinguierter, einfach viel Englischer zu. Damals genügte es bereits Alec Guinness der gnadenlosen Sonne bei Entzug von Nahrung auszusetzen. Hier kommt die Folter direkter, akustisch unterstützt, dass es das Publikum aus den Sitzen brettert. In beiden Filmen ging es um Ehre, Menschlichkeit und Mut, um Verrat und Vorteilsnahme. Hier gibt es aber noch zwei weitere Ebenen: eine Liebesgeschichte und eine Psychostudie. Erstere mit zwei großartigen Darstellern: Nicole Kidman und Colin Firth liefern eine schauspielerisch reife Leistung ab. Mimisch minimalistisch, glühen sie innerlich. Und dazu noch die Message ‘Durch die Liebe kann man von einer posttraumatischen Störung geheilt werden‘. Den Gegenpol verdeutlicht Stellan Skarsgard. Die ausbleibende Rache wird durch menschliche Größe ersetzt. Täter und Opfer verschmelzen in ihrem Schmerz, der sie verbindet. Das ist meilenweit entfernt von der üblichen Westernmoral.
Es bleibt ein beeindruckender Film, der sich auf die Memoiren von Eric Lomax stützt und der den Zuschauer mit einem flauen Gefühl im Magen entlässt. Wir fragten uns ‘Warum wohl?‘ Dabei hat der Film doch alles, was einen erfolgreichen Film ausmacht: Action, Liebe, Psycho-Kram. | |
Sa, 12.07.2025 von antoniawarda
richtig schlechte Sendung, man kann nicht wirklich mitraten, weil die Aufgaben für den Zuschauer ...
Sa, 14.06.2025 von Rozenbaum
Gute Themen, aber warum müssen alle Gästinnen grell überschminkt sein . Zu viel BotOx, zu viel ...
Fr, 30.05.2025 von Coa60
Die Sterne sind für die satirische Kritik am Hebammengesetz. Ansonsten fand ich die Sendung nur ...
Sa, 17.05.2025 von Kunstart.net
1. Klone haben (Kindheits-)Erinnerungen implantiert, damit sie nichts hinterfragen, nicht davon ...
Sa, 19.04.2025 von frge
Gut gemacht. Gute Schauspieler.Es ist ein schöner Zeitvertreib. Gern auch über Mediathek.